Verätzungen im Mundbereich
Kinder sind besonders gefährdet
Die Einwirkung von Säuren und Laugen im Mund- und Gesichtsbereich kann bei Kindern äußerst schwer zu beherrschende Folgen haben. Die Patienten benötigen in der Regel eine lebenslange Nachbetreuung, so das Ergebnis einer britischen Studie.
Die Verätzung mit sauren oder basischen Substanzen geht mit äußerst schweren unmittelbaren und langfristigen Schäden für die Patienten einher. Sie zählt wenn auch nur noch vergleichsweise selten zu beobachten zu den häufigeren Unfällen im Kindesalter, da viele Haushaltsprodukte starke Laugen enthalten. Eine Studie britischer Universitäten beschäftigte sich jetzt mit Auswirkungen und Therapie dieser Unfälle im Mundbereich.
Natriumhydroxid findet sich häufig in Waschmaschinen-, Ofen- und anderen Haushaltsreinigern und ist besonders in flüssiger Form gefährlich. Unter experimentellen Bedingungen führt die Exposition mit einer 30% Lösung dieser Substanz bereits nach einer Sekunde zum Zellsterben in der Speiseröhre, die Ingestion von 60 g endet meist letal.
In drei Fallbeispielen stellen die Autoren verschiedene Therapiemaßnahmen vor, welche die Injektion von Steroiden, lokale chirurgische Eingriffe und Apparaturen zur Aufrechterhaltung der Mundöffnung umfassen. Dennoch kam es in allen drei Fällen zur massiven Narbenbildung mit nachfolgender Verengung der oralen Muskulatur und Versteifung des Kiefergelenks.
Ätzende Substanzen immer außer Reichweite von Kindern lagern
Trotz des frühen Eingreifens und umfassender chirurgischer Prozeduren existiert daher bis heute keine effektive Therapie bei Verätzungen im Mundbereich. Die Autoren betonen daher die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen, die darauf abzielen sollten, derartige Substanzen außer Reichweite der Kinder und in sicheren Behältnissen aufzubewahren.



