
Zahnbehandlung bei leberkranken Patienten
Zahnärzte sollen Patienten bei der Therapiewahl unterstützen
Eine US-amerikanische Publikation beschreibt Therapiekonzepte und Richtlinien bei der Behandlung von Patienten, die an Lebererkrankungen leiden oder sich einer Transplantation unterzogen haben.
Seit der ersten Lebertransplantation im Jahre 1963 haben sich die Erfolgsraten dieses Eingriffes kontinuierlich verbessert und erbringen, insbesondere nach der Einführung der Immununterdrückung vom Zyklosporin-Typ 1980, immer stabilere Ergebnisse. Aktuellen Studien zufolge liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 73,9% (Roberts et al.). US-amerikanische Autoren stellten jetzt Konzepte und Richtlinien zur zahnärztlichen Behandlung lebertransplantierter Patienten vor.
Bereits im Vorfeld der Transplantation spielt die zahnärztliche Behandlung eine wichtige Rolle, hier sollten in Absprache mit dem behandelnden Arzt jegliche entzündliche Veränderungen der Mundhöhle beseitigt werden, um eine spätere Infektion des Transplantates zu verhindern.
Zahnärzte sollten sich auf Behandlung lebertransplantierter Patienten einstellen
Die postoperative Behandlung wiederum gliedert sich in drei Bereiche: die unmittelbare postoperative Phase, die stabile Phase sowie die chronische Abstoßungsreaktion. In der unmittelbaren Phase sollten dentale Eingriffe weitestgehend vermieden werden, bei vitaler Indikation müssen Eingriffe möglichst nicht-invasiv, unter antibiotischer Abschirmung und in Absprache mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden. In der stabilen Transplantatphase kann der Patient in ein enges Recall-Programm einbezogen werden, um neu auftretende Erkrankungen und Veränderungen der Mundhöhle rechtzeitig erkennen und therapieren zu können. Bei chronischer Abstoßungsreaktion sollten zahnärztliche Eingriffe möglichst vermieden werden, in Notfällen kann eine Behandlung nach Absprache mit dem Arzt und unter antibiotischer Prophylaxe erfolgen.
Insgesamt werden lebertransplantierte Patienten aufgrund der Erfolge in der Transplantationsmedizin in der zahnärztlichen Praxis immer häufiger werden und jeder Zahnarzt sollte auf die Behandlung derartiger Patienten vorbereitet sein.






