Asthma und Zahnverlust
Vermehrtes Risiko für Zahnverlust bei Asthma-Patienten?
Eine Langzeittherapie mit inhalierten Kortikosteroiden führt zu einer Verringerung der Knochendichte im Unterkiefer. Osteoporose und Zahnverlust können die Folgen sein, wie eine aktuelle türkische Studie zeigt.
Kortikosteroide finden ihre Anwendung vor allem in der Therapie chronisch obstruktiver Atemwegserkrankungen und bei Asthma-Patienten. Inhaliert ermöglichen sie einen direkten Effekt auf die Lungen, über die Alveolen gelangen sie jedoch auch in den Kreislauf. Eine Langzeitanwendung kann so zu systemischen Nebenwirkungen führen: Es besteht das Risiko einer Osteoporose. Der dabei gestörte Knochenmetabolismus resultiert in niedriger Knochenmineraldichte, es drohen spontane Frakturen. Die verschiedenen Knochen im Körper sind dabei unterschiedlich empfindlich. Der Grad des Mineralverlusts speziell im Unterkieferknochen war bislang unbekannt. Dabei mag eine herabgesetzte Knochenqualität dort von besonderer Bedeutung sein, da der Knochen konstanten Kräften des Kauapparats ausgesetzt ist und die Stabilität des Zahnhalteapparats gewährleisten muss. Inwieweit eine Langzeittherapie mit systemischen Kortikosteroiden die Knochendichte des Unterkiefers mindert und ein Risiko für vorzeitigen Zahnverlust darstellt, hat nun eine aktuelle türkische Studie untersucht.
30 Patienten unter chronischer Kortikosteroidtherapie (> 1 Jahr) wurden dazu einer gleich großen, vergleichbar aufgebauten Kontrollgruppe gegenübergestellt, die keinerlei den Knochenstoffwechsels beeinflussende Medikamente einnahm. Eine Knochendichtemessung am Unterkieferkorpus wurde durch die Zahl jeweils vorhandener Zähne und deren Parodontal-Indizes ergänzt.
Knochendichte bei Kortikosteroid-Patienten deutlich geringer
Die Ergebnisse zeigten, dass die Knochendichte in der Kortikosteroid-Gruppe signifikant niedriger lag als in der Kontrollgruppe. Es zeigte sich jedoch auch, dass der Grad dieser Dichteminderung nicht mit der kumulativen Dosis des therapeutisch verabreichten Steroids korrelierte. Patienten mit Langzeit-Kortikosteroid-Therapie wird daher eine regelmäßige Knochendichtemessung des Unterkiefers empfohlen, um das Risiko einer Osteoporose abschätzen zu können.
Ein vermehrtes Risiko zum Zahnverlust konnte nicht statistisch belegt werden. Es zeigte sich aber ein Trend: Die Anzahl der Zähne scheint den Mineralverlust zu beeinflussen. Zahnlose Patienten unterliegen demnach einem höheren Risiko des Knochenverlusts. Das Vorhandensein von Zähnen scheint sich stabilisierend auf die Knochendichte im Unterkiefer auszuwirken.
Hinsichtlich der parodontalen Situation konnte die Studie keine klaren Zusammenhänge nachweisen. Die Forscher führten dies auf die geringe Probandenzahl zurück und verweisen auf die Notwendigkeit, anhand von Folgestudien diesen Parameter näher zu untersuchen.



