Zahnfleischwucherungen
Krankhafte Wucherungen des Zahnfleischs behandeln
Durch Medikamente hervorgerufene Zahnfleischwucherungen sind für die betroffenen Patienten nicht nur ein ästhetisches Problem: Denn Schwierigkeiten beim Kauen und Sprechen beeinträchtigen die Lebensqualität.
Eine chronische Behandlung mit bestimmten Medikamenten wie Phenitoin, Cyklosporin oder Kalziumkanalblockern bringt als unerwünschten Nebeneffekt häufig eine krankhafte Wucherung des Zahnfleischs mit sich. In extremer Form ist ein solch übermäßiges Wachstum entstellend und bringt zudem Probleme beim Kauen und Sprechen mit sich. Eine Behandlung der Wucherungen ist daher obligat, ist aber aufgrund hoher Rückfallraten nach wie vor eine große Herausforderung für den parodontologisch tätigen Zahnarzt. Eine britische Studie hat nun die zu diesem Thema in der Fachliteratur beschriebenen Therapieoptionen miteinander verglichen.
Konservative und chirurgische Behandlungsformen sinnvoll
Die nicht-chirurgische Behandlung fußt vor allem auf rigoroser Plaquevermeidung. Diverse Studien belegten, dass sich durch einen hohen Mundhygienestandard (professionelle Reinigung inklusive Skaling, häusliche Pflege), der optimalerweise bereits vor Medikationsbeginn erreicht werden sollte, das Risiko von Wucherungen deutlich reduzieren lässt. Die Forscher folgerten, dass ein solcher prophylaxebasierter Therapieansatz initial immer sinnvoll sei und insbesondere bei mittelfristiger Medikamentengabe Entzündungen am Zahnfleisch verhindern könne. Übermäßigen Wucherungen werde so Einhalt geboten und es ließen sich ästhetisch zufrieden stellende Zahnfleischlevel erreichen.
In schweren Fällen oder bei Dauermedikation bleibe jedoch der chirurgische Eingriff die Therapie der Wahl. Am erfolgreichsten sei die konventionelle Arbeitsweise mit dem Skalpell. Elektro- und laserchirurgische Ansätze zeigen nach Einschätzung der Wissenschaftler zwar viel versprechendes Potenzial, sind der kostengünstigeren konventionellen Methode jedoch nach wie vor unterlegen.



