Parodontose und Diabetes Typ II
Zusammenhang von Diabetes und Parodontose-Erkrankungen erwiesen
Patienten mit einem Diabetes Typ II und Parodontitis weisen ein höheres Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen auf als Patienten ohne Parodontose.
In vielen Studien konnte bereits ein Zusammenhang zwischen Diabetes Typ II (DT-II) und einer Parodontitis (PA) aufgezeigt werden. An der Universität Malmö wurde diesbezüglich die Relevanz zwischen DT-II, PA, dem medizinischen Allgemeinzustand und dem allgemeinen oralen Gesundheitszustand sowie dem Wissen der Patienten über die Zusammenhänge untersucht.
Zwischen 2003 und 2004 wurden 429 Patienten mit DT-II, gemeldet in einem lokalen Register, angeschrieben. 192 Patienten erklärten sich bereit, an der Studie teilzunehmen. Neben der klinischen Untersuchung beantworteten die Patienten persönliche Fragen nach Mundhygienegewohnheiten, dental care habits, Bildungsstand und Nikotingebrauch. Den PA-Status nahm ausschließlich ein Behandler auf. Er beinhaltete folgende Parameter: Anzahl der Zähne und PPD (probing pocket depht); dabei wurden nur Messwerte = 4 mm registriert. Pro Zahn erfasste der Untersucher vier Messpunkte. Der BOP (bleeding on probing) und nach Anfärbung auch der Plaqueindex wurden ebenso dokumentiert. Anschließend fertigten die Autoren Panoramaschichtaufnahmen an. Diese wurden nach Grad des Knochenverlustes anhand einer Skala von 0 2 befundet. Die Patienten unterteilte man in zwei Untergruppen:
1. DT-II mit PA
2. DT-II ohne PA
Diabetes-Patienten sollten über höheres Parodontose-Risiko aufgeklärt werden
Alle Patienten der ersten Gruppe wiesen höhere Hämoglobin A1c (HbA1c)-Spiegel auf und zeigten eine höhere Prävalenz für kardiovaskuläre Komplikationen. Des Weiteren rauchten diese Patienten auch öfter. Sie selbst schätzten ihre orale Gesundheit als schlecht ein und vermuteten einen Zusammenhang mit dem DT-II. Der deutlichste Indikator für ein PA-Risiko stellt nach statistischer Auswertung das Rauchen dar. Ein zweiter Hinweis ist in einem hohem HbA1c-Level zu sehen.
Als Schlussfolgerung für die Praxis gilt für den Zahnarzt: Patienten mit einem DT-II sollten über ein erhöhtes PA-Risiko und insbesondere die Risikofaktoren frühzeitig aufgeklärt werden.



