Parodontitis und Schwangerschaft
Sondierungstiefe und Reizbluten bedeutsamste Parameter
Eine US-amerikanische Studie beschäftigte sich mit dem Auftreten und der Progression von Parodontitiden in der Schwangerschaft. Als aussagekräftigste Vorhersagewerte erwiesen sich dabei Sondierungstiefe und Sondierungsbluten zu Beginn der Untersuchungen.
Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den Zusammenhängen zwischen Schwangerschaft und der parodontalen Gesundheit beschäftigt. Schwangerschaften können nach Meinung einiger Autoren zwar keine Parodontitiden verursachen, aber sehr wohl eine Exazerbation bestehender parodontaler Läsionen auslösen. Eine prospektive Studie der Universität North Carolina analysierte jetzt Faktoren, die es erlauben, eine Voraussage über die Entstehung und Progression von Parodontalerkrankungen in der Schwangerschaft zu treffen.
Innerhalb der OCAP-Studie (Oral Conditions and Pregnancy, 1997-2001) wurden bei 891 Frauen während der Schwangerschaft (Gestationsalter unter 26 Wochen) und 48 h nach Entbindung klinische Untersuchungen durchgeführt. Im Einzelnen wurden Gingiva- und Plaqueindex, Sondierungstiefe und bluten sowie Rezessionsgrade bestimmt. Als Auftreten/Progression einer Parodontalerkrankung wurde definiert, wenn sich an mehr als 4 Stellen eine Zunahme der Sondierungstiefen um 2 mm+ ergab, so dass nach Entbindung Sondierungstiefen von 4mm+ vorlagen.
Obwohl sich eine Korrelation mehrerer Parameter mit dem Vorliegen einer Parodontalerkrankung zeigte, wurden die genauesten Vorhersagen erreicht bei 10%+ Lokalisationen mit Sondierungsbluten und 4 oder mehr Lokalisationen mit Sondierungstiefe von 4 mm+ (Odds ratio 2,8, 95% Konfidenzintervall 1,8-4,2). Nach Aussage der Autoren ermöglicht es das Vorliegen von Sondierungstiefen von 4 mm+ und Sondierungsbluten, Vorhersagen über das Auftreten und die Progression von Parodontalerkrankungen zu treffen, allerdings dürfen beide Parameter nur in Kombination betrachtet werden.



