Parodontaltherapie statt Zahn ziehen
Kann konservative Parodontosebehandlung die Extraktion verhindern?
In einer US-amerikanischen Studie zeigte sich, dass bei der Mehrzahl der Patienten mit extraktionswürdigen Zähnen nach mechanisch-chemischer Therapie keine Notwendigkeit chirurgischer Eingriffe mehr bestand, wenn regelmäßige Kontrollsitzungen und häusliche Hygienemaßnahmen durchgeführt wurden.
In Doppelblindstudien konnte gezeigt werden, dass sich die parodontale Gesundheit nach mechanischem Debridement und zusätzlicher Applikation antimikrobieller Substanzen im Vergleich zur Plazebogabe signifikant verbessert. Wissenschaftler der University of Michigan untersuchten jetzt den Langzeiterfolg der nicht-chirurgischen Parodontaltherapie bei sanierungsbedürftigen Patienten als Alternative zu chirurgischen Eingriffen.
90 Patienten, bei welchen chirurgische Eingriffe (offene quadrantenweise Kürettage, Extraktionen) vorgesehen waren, wurden durch geschlossenes mechanisches Debridement und begleitende antimikrobielle Therapie (Metronidazol oder Doxyzyklin) behandelt. Während einer Aufrechterhaltungsphase wurden die Patienten jährlich über einen Zeitraum von 6,4 Jahren einbestellt und klinische und radiologische Befunde durch einen unabhängigen Behandler dokumentiert sowie die Notwendigkeit etwaiger chirurgischer Eingriffe bestimmt.
Gute Erfolge durch konservative Parodontosetherapien
Die Notwendigkeit chirurgischer Maßnahmen konnte hierbei initial bei 90 % der Patienten reduziert und auch in der Nachsorgephase aufrechterhalten werden. Da diese Ergebnisse bei Patienten mit chronischen und akuten Formen der Parodontitis beobachtet wurden, spricht dies laut Aussage der Autoren dafür, dass bei allen Parodontose-Erkrankungen mit nachgewiesener anaerober Infektion gute Erfolge durch konventionelle Parodontaltherapie in Kombination mit antimikrobiellen Maßnahmen erzielt werden können.



