Alternative zur klassischen Narkose
Narkose-Gel bei Zahnfleischbehandlungen
In einer belgischen Studie bevorzugten Patienten die Anästhesie mit örtlich wirksamen Präparaten gegenüber der klassischen Verabreichung als Infiltrationsanästhesie bei Scaling und Root Planing. Als Hauptgrund wurde die verminderte Taubheit nach dem Eingriff angegeben.
Diagnostische und therapeutische Eingriffe am Zahnfleisch werden von den Patienten überwiegend als unangenehm empfunden. Die zur Schmerzausschaltung oft eingesetzte Infiltrationsanästhesie wird leider als ebenso schmerzhaft erlebt, weshalb laut einer früheren Umfrage bis zu 5% aller Patienten aus Angst vor der Spritze nicht zum Zahnarzttermin erscheinen. In einer multizentrischen Studie verglichen jetzt Wissenschaftler die Effektivität und Akzeptanz örtlich angewandter Anästhetika.
170 Patienten nahmen in 8 belgischen Zentren an der randomisierten Studie teil. Nach Infiltrationsanästhesie (Lidocain, 2% Adrenalin) oder örtlicher Anwendung eines Gels (Lidocain 25 mg/g, Prilocain 25 mg/g) wurde ein Scaling und Root Planing durchgeführt. Im Anschluss an den Eingriff wurden Befragungen durchgeführt, in der die Patienten beide Anästhesietechniken beurteilten.
Patienten bevorzugen deutlich das Narkose-Gel
Insgesamt bevorzugten die Patienten klar das Anästhesie-Gel (70%) vor der Injektion (22%). Der am häufigsten genannte Grund war hierbei das verminderte Auftreten von Taubheit nach dem Eingriff. Am zufriedensten bezüglich der Anästhesietiefe waren die Patienten hingegen mit der Infiltrationsanästhesie (96% vs. 80%). Diese Daten deuten darauf hin, dass trotz der geringeren Intensität der Schmerzausschaltung eine Nachfrage nach örtlich angewandten Anästhetika besteht. Die Mehrzahl der Patienten wäre laut der Autoren sogar bereit, einen Zuschlag für die sanftere Schmerzausschaltung zu bezahlen.



