Bald Impfung gegen Karies?
Nasenspray-Impfung verhindert die Bildung von Kariesbakterien
Womöglich verfügen Mediziner künftig über eine Kariesimpfung. US-amerikanische Forscher berichten über viel versprechende Ergebnisse in Tierversuchen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind allein in den Industriestaaten 60-90% der Schulkinder und die meisten Erwachsenen von Karies betroffen. Aber auch in den Entwicklungsländern nimmt die Häufigkeit stetig zu. Gleichzeitig besteht eine erhebliche Diskrepanz bezüglich des oralen Gesundheitsstatus zwischen Kindern aus unteren und höheren Gesellschaftsschichten. Eine Impfung gegen Karies könnte diese Missstände beseitigen helfen.
Wissenschaftler vom Forsyth Institute in Boston und von der University of Kentucky, USA, entwickelten einen Impfstoff gegen das Karies auslösende Bakterium Streptococcus mutans. Das Serum soll die Bildung von Antikörpern fördern, die gegen ein Enzym gerichtet sind, das es Bakterien erleichtert, sich auf den Zähnen festzusetzen. Diese Strategie wurde erfolgreich in Tierversuchen getestet.
Intensivster Kariesschutz durch Impfung einjähriger Kinder
Den intensivsten Kariesschutz erreicht man vermutlich durch die Impfung einjähriger Kinder. Die Milchzähne haben schon begonnen durchzubrechen, gleichzeitig sind noch keine Streptococcus mutans-Kolonien auf den Zahnoberflächen vorhanden. Die Kinder verfügen bereits über die Fähigkeit, Antikörper zu entwickeln, so dass die Bakterienbesiedlung der Zahnoberfläche und die Säureproduktion der Erreger durch die Impfung verhindert werden könnte. Bei älteren Kindern haben sich die Keime bereits festgesetzt, eine Antikörperbildung ist dann zwar möglich, aber die Kariesentwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten.
Die Forscher wollen einen Impfstoff entwickeln, der per Nasenspray applizierbar ist. Dadurch würde zielgerichtet nasales Lymphgewebe aktiviert, zudem wäre die Impfstoffgabe bei einjährigen Kindern leichter.



