Kariesbakterien gezielt bekämpfen
Restliche Mundflora bleibt von neuem Wirkstoff unbeeinträchtigt
US-amerikanische Forscher haben einen neuen Wirkstoff (STAMPs) entwickelt, der gezielt die Kariesbakterien Streptococcus mutans abtötet, die restliche Mundflora aber intakt lässt. STAMPs bestehen aus einem Spezies-spezifischen Signalmolekül und einem antimikrobiellen Peptid.
Antibiotika sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Ihr mehr oder weniger breites Wirkspektrum bereitet in einigen Fällen aber auch Probleme. Indem nicht nur pathogene Keime abgetötet werden, sondern auch die natürliche mikrobielle Flora, kann es sekundär zu Infektionen und anderen unerwünschten Wirkungen kommen.
Diesem Problem hat sich ein US-amerikanisches Wissenschaftlerteam angenommen. Sie haben eine neue Klasse von Pathogen-spezifischen Molekülen entworfen, so genannte specifically targeted antimicrobial peptides" (STAMPs). Dabei handelt es sich um ein Fusionsprotein, bestehend aus einem Spezies-spezifischen Zielpeptid und einem antimikrobiellen Peptid mit weitem Spektrum. In der vorliegenden Studie haben die Forscher einen Wirkstoff entworfen, der gegen Streptococcus mutans gerichtet war, einem Karies auslösenden Keim der Mundflora, der neben anderen Bakterien in der Plaque zu finden ist.
Erste Untersuchungen belegen den Erfolg des neuen Wirkstoffs
In ersten Untersuchungen erwiesen sich die STAMPs als erfolgreich. Sowohl in Lösung als auch im Biofilm wurde gezielt nur Streptococcus mutans eliminiert. Andere Bakterien, sowie nicht Karies auslösende Streptokokken blieben verschont.
Die Forscher sehen in den STAMPs eine Möglichkeit zur Entwicklung probiotischer" Antibiotika, die selektiv krankheitserregende Keime bekämpfen und dabei die gesunde Flora erhalten.



