Früherkennung von Karies

White Spots helfen Kariesrisiko zu erkennen

Eine aktuelle Studie gibt dem Zahnarzt neue Hilfen zur Hand, Patienten mit hohem Kariesrisiko rechtzeitig zu erkennen und Demineralisationsprozessen entgegenzuwirken. Anhand der Bestimmung von Risikofaktoren für Frühschädigungen („White Spots") können die betroffenen Patienten frühzeitig intensiver Mundhygiene-Fürsorge zugeführt werden.

Weiße Schädigungen des Schmelzes, die so genannten White Spots, sind erster klinischer Ausdruck für Demineralisationsprozesse an der Zahnoberfläche und können den Beginn eines kariösen Prozesses darstellen. Sie resultieren aus zunehmenden pH-Schwankungen im Plaque-Biofilm, verursacht durch bakteriellen Stoffwechsel. Aktive Frühschädigungen sind charakterisiert durch ihre weißliche Farbe und eine raue, unter Trockenlegung blickdichte erscheinende Oberfläche. In der Blickdichte spiegelt sich der Demineralisationsprozess wieder: Mineralverlust in den oberen Schmelzschichten führt zu erhöhter Porosität. Diese hat eine unterschiedliche Lichtbrechung und den Verlust der normalen Durchsichtigkeit des Zahnschmelzes zur Folge.

Um kariöser Zahnhöhlenbildung vorzubeugen, hat man Frühschädigungen jahrelang invasiv behandelt. Erst in neuerer Zeit hat sich die Einsicht in der Kariesforschung durchgesetzt, dass es sich bei den White Spots um im Prinzip reversible Erscheinungen handelt: Sie sind remineralisierbar, vorausgesetzt es gelingt, das sie umgebende Milieu Karies hemmend zu verändern. Durch verbesserte Mundhygiene mit Entfernung des Plaque-Biofilms sowie durch den Einsatz von Fluorid-Präparaten lässt sich die Demineralisation dann umkehren: Die Aktivität der Frühschädigungen wird gestoppt.
Voraussetzung für eine solche Remineralisation ist jedoch ein frühzeitiges Eingreifen durch den Zahnarzt bei betroffenen Patienten. Notwendig hierfür wäre es, Faktoren vorhersagen zu können, die mit dem Auftreten von White Spots am Zahn und eventueller folgender Kariesbildung zusammenhängen.

Basierend auf dieser Überlegung war es das Ziel einer aktuellen brasilianischen Studie, solche Risikofaktoren zu bestimmen.
Es wurde eine Stichprobe von 300 Kindern in der Altersgruppe von 7 bis 12 Jahren untersucht, die weiße Frühschädigungen an den Vestibulärflächen der oberen bleibenden Inzisivi aufwiesen. An klinischen Daten zur Mundgesundheit wurden der DMF-s1 für Karies in Schmelz und Dentin, sowie der die White Spots mit einbeziehende DMF-s2 erhoben. Die Mundhygiene wurde mittels Gingival Bleeding Index (GBI) und Visible Plaque Index (VPI) bewertet.

Plaque als Hinweis auf Kariesrisiko

Es zeigte sich, dass im Mittel 2,3 Zähne von Frühschädigungen betroffen waren, die Kariesindizes waren relativ hoch. Mit einer Rate von 85% war Plaque an den Zähnen mit Schädigungen lokalisiert.
Die Forscher folgerten, dass ein starker Zusammenhang zwischen der Anwesenheit dentalen Biofilms, hoher Kariesindexwerte und dem Auftreten von aktiven Frühschädigungen besteht. Diese Faktoren können als Prädiktoren für das Vorliegen eines hohen Kariesrisikos gelten.
Um das orale Milieu bei betroffenen Patienten zum Gesunden zu verändern und Remineralisationsprozesse zu ermöglichen, bedürfe es umgehender intensiver Motivation zur Ausübung einer effektiven Mundhygiene.


Quelle: Ferreira MAF, Mendes NS: Factors associated with actice white enamel lesions; International Journal of Paediatric Dentistry 2005 (15): 327-334
Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 9, 2007


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