Zähneknirschen
Knirscher neigen zu starken Stimmungsschwankungen
Patienten mit krankhaftem Zähneknirschen leiden anscheinend häufig unter überdurchschnittlichen Stimmungsschwankungen und manischen-depressiven Symptomen, wie italienische Forscher in einer klinischen Studie nachweisen konnten.
Krankhaftes Zähneknirschen ist eine äußerst destruktive Variante unter den Funktionsstörungen, die den Mund und Kiefer betreffen. Ein Zusammenhang mit Kiefergelenks-Fehlfunktionen und Schmerzen in den Gesichtsmuskeln ist in der Literatur beschrieben, einige Autoren vermuten zudem Zusammenhänge mit psychopathologischen Prozessen. Eine Forschergruppe der Universität Pisa untersuchte jetzt die Häufigkeit überdurchschnittlicher Stimmungsschwankungen bei Patienten mit krankhaftem Zähneknirschen in einer klinischen Studie.
Die Probanden, welche randomisiert aus dem Patientengut der Universität Pisa, Prothetische Abteilung, ausgewählt wurden, (38 Bruxismus-Patienten, 67 Kontrollen) füllten nach klinischer Untersuchung und Bestätigung der Diagnose einen standardisierten Fragebogen aus, der die Selbsteinschätzung der Patienten in den Bereichen Stimmung, Antrieb, Kognition und vegetative Funktionen erfragt (MOODS-SR"). Die statistische Auswertung erfolgte mittels Chi-Quadrat-Test und Mann-Whitney-Test.
Zusammenhang von Zähneknirschen und überdurchschnittlichen Stimmungsschwankungen
Lag im MOODS-SR ein Wert von über 60 Punkten vor, wurde dies als Vorliegen einer überdurchschnittlichen Stimmungsschwankung interpretiert. Dies war bei den Patienten mit krankhaftem Zähneknirschen signifikant häufiger der Fall als in der Kontrollgruppe (28,9% contra 8,9%). Zudem erreichten die Knirscher durchschnittlich einen höheren Wert im MOODS-SR als die Kontrollgruppe. Diese Beobachtungen unterstützen laut der Autoren die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen krankhaftem Zähneknirschen und überdurchschnittlichen Stimmungsschwankungen existiert. Weitere Studien sollen jetzt diese Zusammenhänge näher beleuchten.



