Kiefergelenk-Rheuma
Kiefergelenksbeschwerden bei rheumatischen Erkrankungen
Patienten mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises berichten häufiger über Probleme mit dem Kiefergelenk als solche ohne derartige Erkrankung. Außerdem liegt in diesen Fällen eine Assoziation zwischen radiologischen und klinischen Befunden vor, wie in einer finnischen Studie nachgewiesen werden konnte.
Beim Vorliegen rheumatischer Erkrankungen kann auch das Kiefergelenk in Mitleidenschaft gezogen werden. Typischerweise lassen sich eine Verkleinerung des Gelenkspalts sowie Abflachung, Erosion oder eine krankhafte Verhärtung des Kondylus radiologisch nachweisen. Eine Forschergruppe der Universität Helsinki untersuchte jetzt die Beteiligung des Kiefergelenks bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen und die Korrelation klinischer und radiologischer Befunde in einer klinischen Studie.
80 Patienten mit rheumatischen Erkrankungen (24 Fälle mit rheumatoider Arthritis, RA; 16 mit Weichteilrheuma, WR; 19 mit ankylosierender Spondylitis, AS und 21 mit Spondylarthropathie, SPA) sowie 80 gesunde Probanden entsprechenden Alters und Geschlechts nahmen an der Studie teil. Subjektive Beschwerden wurden durch einen Fragebogen erfasst, sowie klinische (Inspektion, Palpation, Okklusion, Mundöffnung) und radiologische Untersuchungen (Panoramaschichtaufnahme) durchgeführt. Signifikante Abweichungen in Prävalenz wurden mittels Fischer-Test und Chi-Quadrat-Test, mögliche Korrelationen mit Hilfe des Spearman-Tests bestimmt.
Rheuma-Patienten stärker von Kiefergelenksbeschwerden betroffen
Patienten mit rheumatischen Erkrankungen berichteten deutlich häufiger über kiefergelenksassoziierte Symptome (AS: 37%, WT: 31%, RA: 28%, SPA: 19%) als die der Kontrollgruppe. Die durchschnittliche Mundöffnung der Rheumapatienten (46,3 mm) war geringer als in der Kontrollgruppe (55,0 mm) und Erosionen des Kondylus konnten signifikant häufiger nachgewiesen werden. Schließlich konnte eine signifikante Korrelation zwischen dem Vorliegen radiologischer und subjektiver/klinischer Symptome beobachtet werden, weshalb die Autoren die Bestimmung der Mundöffnung und Palpation der Kaumuskulatur als geeignete Maßnahmen für das Screening auf Kiefergelenks-Destruktionen empfehlen.



