Telemedizin
Moderne Verfahren in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Moderne Kommunikationstechnologie kann durch die globale Verfügbarkeit von Wissen dazu beitragen, die Qualität in der Chirurgie zu verbessern, so das Ergebnis einer österreichischen Studie zum Thema Telemedizin in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Die Weiterentwicklung der digitalen Technologie stellt eine große Bereicherung in vielen Bereichen der Medizin dar, im Falle der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie gilt dies insbesondere für den Bereich der präoperativen Planung und intraoperativen Navigation. An der Universität Wien werden telemedizinische Anwendungen seit 1996 in der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie eingesetzt, die Ergebnisse dieser Periode wurden jetzt in einer Publikation vorgestellt.
Innerhalb der Studie wurden vier verschiedene Konfigurationen analysiert: Eine Videokonferenz im ISDN-Netzwerk, Telekonsultation auf TCP/IP-Basis mit Hilfe gebündelter ISDN-Verbindungen, Telekonsultation auf TCP/IP-Basis im Netzwerk und kombinierte TCP/IP-Verbindung und ISDN-Videokonferenz. Die Applikationen aus dem Bereich der computergestützten Navigation umfassten: Jochbeinfrakturen, orthognathe Eingriffe, Distraktionsosteogenese, Implantationen und Arthroskopien. Zudem wurden in einem gesonderten Versuch 20 Arthroskopie-Sequenzen mittels der UMTS-Technik übertragen und ausgewertet.
Telemedizin als sinnvolle Ergänzung herkömmlicher Verfahren
Insgesamt wurden 50 telemedizinisch gestützte Eingriffe durchgeführt und analysiert. Alle intraoperativen Verfahren konnten erfolgreich durchgeführt werden. Im Falle der UMTS-gestützten Arthroskopien kam es in 8 Fällen zur geringfügigen Störungen und in 4 Fällen zu einem Verbindungsabbruch, der einen Neustart der Applikation erforderlich machte. Die Auflösung war ausreichend, um auch grazile Strukturen innerhalb des Kiefergelenks zu diagnostizieren, die Orientierung hingegen erwies sich teilweise als problematisch. Insgesamt stellt die Telemedizin in Abhängigkeit von der vorhandenen Infrastruktur eine sinnvolle Ergänzung dar, insbesondere die UMTS-Technik könnte hier in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, so das Resümee der Autoren.



