
ASS nach Zahnextraktion
Kein erhöhtes Nachblutungsrisiko durch Schmerzmittel
Acetylsalicylsäure (ASS) muss vor einer Zahnextraktion nicht abgesetzt werden. Dies legen neue Studienergebnisse nahe. Bei Patienten mit einer ASS-Therapie konnten keine erhöhten Blutungskomplikationen nachgewiesen werden. Treten doch Nachblutungen auf, lassen sich diese leicht beherrschen.
Kleinere Eingriffe wie Zahnextraktionen verleiten viele Zahnärzte, ASS-Therapien ihrer Patienten zu unterbrechen. Klinische Erfahrungen zeigen aber ein anderes Bild: Blutungskomplikationen treten eher selten auf. Die Studienlage zu diesem Thema ist dürftig, auch Empfehlungen der entsprechenden Kommissionen fehlen. Deshalb führten jetzt Zahnärzte von der Universität Bonn eine Studie durch, die das Nachblutungsrisiko nach Zahnextraktionen unter ASS untersuchte.
An der Studie nahmen 65 Patienten, die als Thromboembolieprophylaxe 100 mg ASS erhielten, und 252 Kontrollpatienten teil. Gründe für die ASS-Therapie waren u.a. instabile Angina pectoris, frischer Myokardinfarkt oder Reinfarktprophylaxe. In der ASS-Gruppe wurden insgesamt 151 Zähne sowie 220 Zahnwurzeleinheiten und in der Kontrollgruppe 543 Zähne sowie 852 Zahnwurzeleinheiten entfernt.
Ein Patient (1,54%) unter ASS-Therapie wies eine Nachblutung auf, die als schwer eingestuft wurde. In der Kontrollgruppe kam es bei vier Patienten (1,59%) zu Blutungskomplikationen, die sich in jeweils zwei Fällen als leicht bzw. schwer herausstellten. Alle Nachblutungen waren ohne größeren therapeutischen Aufwand in den Griff zu bekommen. Als kompliziert einzustufende Blutungen traten in keiner der beiden Gruppen auf.






