
Umweltschutz
Abwasserbelastung in Zahnarztpraxen
Die Quecksilberbelastung im Abwasser wird durch chemische Verbindungen, die durch die Wasserschläuche von Zahnarztpraxen abgelassen werden, erhöht. Das hat eine US-amerikanischen Studie nachgewiesen.
Zwei Probleme in der Zahnarztpraxis, welche häufig unterschätzt werden, betreffen die Bildung eines Biofilms in den Wasserleitungen dentaler Einheiten und die Abwasserbelastung mit Quecksilberverbindungen. US-amerikanische Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass die Applikation von Iodverbindungen zum Zweck der verbesserten antimikrobiellen Kontrolle die Quecksilberkonzentration im Abwasser von Zahnarztpraxen erhöht.
Quecksilber geht sehr stabile Komplexe mit einem oder mehreren Iod-Ionen ein. Bei einem Überschuss an Iod und Anwesenheit von Hg2+ bilden sich Verbindungen mit neutraler oder negativer Ladung, elementares Quecksilber hingegen wird aufgrund seines Standardpotenzials durch Iod oder andere Halogene oxidiert. Aufgrund dieses Sachverhaltes kann Iod stabile und lösliche Komplexe mit Quecksilber bilden, was wiederum zu einem erhöhten Anteil gelösten Quecksilbers in dentalem Abwasser trotz der Verwendung von Amalgamabscheidern führen kann.
Alternative Produkte einsetzen
Iodverbindungen können also zur Mobilisierung von Quecksilber aus Amalgam in dentalem Abwasser beitragen. Die Autoren empfehlen daher alternative Produkte zur Reduktion des Biofilms in dentalen Wasserleitungen. Zumindest in Amalgamverarbeitenden Praxen sollten iod- und halogenfreie Präparate zur Verbesserung der Wasserqualität eingesetzt werden.






