Hormontest
Was bringt ein Hormontest?
Eine Hormonanalyse ist nicht unbedingt erforderlich, um zu wissen, dass man in den Wechseljahren ist. Das morgendliche Messen der Aufwachtemperatur gibt klare Auskunft, ob eine Frau noch einen Eisprung und eine Gelbkörperhormonphase hat und wie diese abläuft. Allerdings sollte man über mehrere Monate messen, weil sich in den Wechseljahren "normale" und "gestörte" Zyklen abwechseln. Das erschwert auch eine Hormonanalyse. Es kann zum klassischen Vorführeffekt kommen: Man erwischt einen normalen Zyklus, obwohl die Frau monatelang Störungen hatte. Bei einem Hormontest wird normalerweise FSH (follikelstimulierendes Hormon), LH (luteinisierendes Hormon), E2 (Östradiol) und PG (Progesteron) bestimmt. Während die Östrogenwerte abnehmen, steigen die Werte für FSH und LH in den Wechseljahren an. Hormonanalysen sind recht teuer. Aus diesem Grund dürfen Frauenärzte sie nur bei dringender Indikation veranlassen. Nur begründbare Leistungen sind nämlich Kassenleistungen. Bei einer Patientin, die keine Hormonbehandlung durchführen will, würde ich auch keine Hormonbestimmung machen. Ebenso nicht bei einer Patientin, die 20 Jahre nach den Wechseljahren jetzt aufgrund eines Zeitungsartikels vermutet, dass ihre Schlafstörungen eventuell hormonell bedingt sind. Es gibt aber viele Gründe, Hormontests im Einzelfall als Kassenleistung zu machen. Eine Analyse auf Wunsch muss eine Patientin jedoch immer selbst bezahlen. Die Kosten betragen etwa 50 Euro, in Anti-Aging-Labors bis zu 500 Euro. Das sollte man sich gut überlegen - unter Umständen sind mehrere Analysen nötig. Ist eine Hormonanalyse erforderlich, macht ein Frauenarzt sie meist drei Wochen nach Beginn der Regel.









