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Top im Job - auch über 45
Die Wechseljahre sind eine heiße Phase - auch in beruflicher Hinsicht. Nach einer Familienzeit steigen etliche Frauen wieder ins Jobleben ein. Berufstätige übernehmen oft mehr Verantwortung, andere orientieren sich um, machen sich vielleicht sogar selbstständig. Das alles ist gut so: Denn Frauen, die im Beruf zufrieden sind, überstehen die hormonellen Veränderungen besser.
Mit 45 im Job noch mal neu durchstarten? Das geschieht heute häufiger als früher. Schließlich haben Frauen in diesem Alter noch Jahrzehnte vor sich. Außerdem arbeitet inzwischen kaum jemand sein Leben lang in ein und demselben Beruf. Längst sind mehrere Wechsel innerhalb eines Erwerbslebens die Regel.
Auf zu neuen beruflichen Ufern
Gerade wenn ihre Kinder aus dem Haus gehen, verspüren etliche Frauen den Drang an alte Joberfahrungen anzuknüpfen oder unverwirklichte berufliche Wünsche Realität werden zu lassen. Andere zwingt eine Kündigung, über neue Berufsperspektiven nachzudenken. Zugegeben, die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind derzeit für ältere Arbeitnehmerinnen nicht rosig. Doch dieser Lebensabschnitt birgt auch die Chance, neue Ziele und Lebensinhalte zu entwickeln.
Viele Frauen wagen nun den Schritt in die Selbstständigkeit, bieten Dienstleistungen an, eröffnen einen Laden oder betätigen sich als Internet-Händlerin. Damit der Einstieg gelingt und das Unternehmen nicht floppt, ist jede Frau gut beraten, vorab ihre Geschäftsidee von Fachleuten prüfen lassen. Was ergibt eine Marktanalyse? Ist der Standort gut gewählt? Wie gewinne ich Kunden? Reicht das Startkapital? Bei solchen Fragen helfen Beratungsstellen, die viele Kommunen speziell für Frauen eingerichtet haben, aber auch Industrie- und Handelskammern und die Agenturen der Bundesanstalt für Arbeit.
Stärkung fürs Ich
Ob Neueinstieg, Arbeitsplatzwechsel oder Selbstständigkeit, berufliche Veränderungen sind mit Anstrengungen verbunden - aber ebenso mit positiven Erfahrungen. Neues zu lernen und seine Kompetenzen zu erweitern, macht Spaß und stärkt das Selbstwertgefühl. Wissenschaftliche Studien beweisen: Eine befriedigende Berufstätigkeit schützt gegen Wechseljahrsbeschwerden und hilft, sie besser zu bewältigen. Die Psychologin Beate Schultz-Zehden kommt zu dem Schluss, dass Arbeitslose und Rentnerinnen mehr Befindlichkeitsstörungen im Klimakterium erleben. Wesentlicher Grund: Sie fühlen sich nicht mehr gebraucht.
Wechseljahre positiv gesehen
Keine Frage: Hitzewallungen & Co können einer Frau im Job zusetzen. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass Betroffene weniger die Beschwerden plagen, sondern der Eindruck, den diese vermeintlich hinterlassen. Wesentlich ist die Furcht, als alt und krank zu gelten. Doch mal ehrlich: Was ist so schlimm daran, unwillkürlich zu erröten? In anderen Ländern werden Wechseljahrsbeschwerden nicht negativ bewertet. In einigen Regionen Griechenlands beispielsweise gelten Hitzewallungen als der Versuch des Körpers, sich von "ungesunden Dämpfen" zu befreien. Ihre reinigende Kraft wird positiv bewertet. Und Asiatinnen und Asiaten betrachten die Wechseljahre als natürliches Ereignis und schätzen die Reife älterer Frauen. Außerdem: Auch Männer erleben Wechseljahre, die mit physischen und psychischen Veränderungen einhergehen. Etwa jeder Dritte kämpft ab Mitte 50 mit Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder sogar Depressionen. Trotzdem wird die Leistungsfähigkeit von Männern in dieser Phase nicht per se angezweifelt. Hat eine Frau jedoch das Gefühl, dass ihr Wechseljahrsbeschwerden im Job sehr zusetzen, sollte sie gemeinsam mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen nach einer geeigneten Behandlung suchen.







