
Apotheke online
Worauf Sie bei Internetapotheken achten sollten
Pflanzliche Heilmittel gegen Wechseljahrsbeschwerden online kaufen? Dabei sollten Sie aber einige Regeln beachten. Dann lässt sich zum Teil viel Geld sparen.
Meine Apotheke: Online oder vor Ort?
Diese Frage stellen sich derzeit viele Verbraucher. Bei der Entscheidung zwischen der wohnortnahen Apotheke und der Internetapotheke stehen die Faktoren Beratung, Service, Lieferung und Kosten im Vordergrund. In puncto Beratung und Lieferung schneidet die Apotheke vor Ort gegenüber den Versandapotheken am besten ab. Dies hat ein Anfang März in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlichter Vergleich von fünf Versandapotheken mit wohnortnahen Apotheken ergeben. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass laut einer forsa-Umfrage etwa neun von zehn Patienten ihr Rezept nach wie vor bei ihrer wohnortnahen Apotheke einlösen. In Zeiten steigender Kosten überlegen sich aber viele Patienten, wie sie Geld sparen können. Hier schneiden die Versandapotheken meist besser ab. Wer seine Medikamente künftig günstig über das Internet bestellen möchte, der sollte sich im Vorfeld jedoch genau informieren.
Gefälschte Medikamente nehmen zu
Sparen per Internet - das können Frauen auch bei Präparaten gegen Wechseljahrsbeschwerden. Wer Traubensilberkerze, Mönchspfeffer & Co bei einer Versandapotheke bestellt, kann sich nicht nur den Weg zur Apotheke sparen, sondern auch unnötige Ausgaben. Preisvergleiche zeigen: Rezeptfreie Arzneimittel sind bei Onlineapotheken teilweise bis zu 50% billiger. Leider stimmt im Internet die Qualität aber nicht immer. Ein spezielles Problem sind gefälschte Medikamente. Testkäufe des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) bei dubiosen Internetversendern zeigten, dass fast die Hälfte der Präparate gefälscht war, einige Mittel enthielten sogar überhaupt keinen Wirkstoff. Besonders betroffen seien Arzneimittel aus dem Ausland, sagt der wissenschaftliche ZL-Leiter, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz. Die Zollstatistik unterstreicht diesen Eindruck: An den Außengrenzen der Europäischen Union stellten die Beamten im Jahr 2006 rund 2,5 Millionen gefälschte Medikamente sicher fast fünfmal mehr als 2005. Tendenz weiter steigend, glaubt das Bundeskriminalamt (BKA) und wünscht sich eine Beschränkung des Onlinehandels auf verschreibungsfreie Arzneimittel.
Krankenkassen kooperieren mit seriösen Versandapotheken
Auch im Versandhandel für freiverkäufliche Medikamente gibt es Scharlatane. Frauen, die einige Regeln beachten, können jedoch verhindern, dass sie statt einer wirksamen Arznei gegen Wechseljahre nur Milchpulverpillen einnehmen. Das Gesundheitsministerium rät Verbrauchern, ihre Krankenkasse nach Internet- oder Versandapotheken zu fragen. Hier wird man Ihnen nicht nur Apotheken mit entsprechender Qualität nennen, sondern Sie auch über die Erstattung von über den Versand bezogenen Arzneimitteln aufklären."
Viele gesetzliche Krankenkassen arbeiten inzwischen sogar mit Onlineapotheken zusammen und bieten zusätzlich Rabatte. In Nordrhein kooperiert z.B. die Kassenärztliche Vereinigung mit der Internetapotheke Zur Rose" in Halle und die Ärzte weisen ihre Patienten auf preiswerte Alternativen hin. In Deutschland haben über tausend der gut 21.000 Apotheken eine Zulassung für den Versandhandel, doch längst nicht alle verschicken tatsächlich Medikamente. Ernsthaft betreiben das Geschäft nur rund 25 große Anbieter.
Besonderes Augenmerk sollten Kundinnen und Kunden bei Internetapotheken auf die Beratung legen dazu sind diese nämlich verpflichtet. Jedoch steht es damit nicht immer zum Besten, zeigte eine Untersuchung der Stiftung Warentest im Herbst 2007. Die Experten prüften 15 Versandapotheken und zwei Apothekenportale und kamen zu dem Ergebnis, dass Fragen zu Medikamenten häufig falsch beantwortet wurden. Gut" berieten nur Sanicare, Curavendi, DocMorris, Versandapo und Zur Rose. Apopack erteilten die Tester sogar mangelhaft". Schlusslichter mit vielen fehlerhaften Antworten waren neben Apopack beispielsweise noch Apo-Buy, Medikamente-per-Klick und Apotal. Die an das Portal der Apothekerverbände Aponet angeschlossenen Apotheken berieten die Testanrufer nur mittelmäßig, die von Apotheke.com schnitten noch schlechter ab.
Auf einen Blick - Checkliste für Onlineapotheken
Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat eine Prüfliste für Internetapotheken entwickelt. Demnach ist ein Anbieter seriös, wenn Sie die folgenden Fragen mit Ja beantworten können.
1. Wer ist für den Inhalt der Website und den Versand der Arzneimittel verantwortlich?
- Ist ein verantwortlicher Apotheker genannt?
- Sind Name und Adresse vollständig angegeben, finden Sie eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse der verantwortlichen Person?
- Wird gesagt, ob eine Erlaubnis für Versandhandel vorliegt und welche Behörde sie erteilt hat?
2. Erscheinen die Informationen auf der Internetseite aktuell, zuverlässig und vollständig?
- Sind die Internetseiten klar und übersichtlich aufgebaut, so dass Sie Informationen zu Arzneimitteln gut finden und Preise leicht vergleichen können?
- Gibt es Patienteninformationen und beratung auch in deutscher Sprache?
- Ist ein Kontakt (E-Mail oder Telefon) angegeben bzw. leicht zu finden, um Fragen zu Dosierung oder Wechselwirkungen zu klären? Ist die Beratungs-Hotline" auch erreichbar?
- Gibt es ein Informationssystem der Apotheke über das z.B. zu Nebenwirkungen, Rückrufe, Warnhinweisen und Qualitätsmängeln der Medikamente informiert werden kann?
- Wird bei der Datenübertragung eine Verschlüsselung verwendet, etwa das SSL-Verfahren? Es ist an der Abkürzung https" in der Adresszeile des Browsers zu erkennen.
- Ist das Datum der neuesten Aktualisierung der Website deutlich für jede Seite angegeben?
3. Werden gesetzliche Vorschriften wie zur Rezeptpflicht oder der Angabe von Preisen eingehalten?
- Sind die Preise transparent und ist gesagt, ob Mehrwertsteuer und Kosten für Verpackung und Versand bereits enthalten sind?
- Wird bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln ein Originalrezept per Post verlangt?
- Sind bestimmte Arzneimittelgruppen wie Betäubungsmittel vom Versand ausgeschlossen?
- Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) angegeben und können Sie sie leicht finden?
(mj)










