Sexualstörungen
Sexuelle Unlust - viele Ursachen
Während der Wechseljahre und danach sind eine trockene Scheide, Infektionen und sexuelle Lustlosigkeit nicht selten.
Die Scheide ist weniger feucht und elastisch
Wenn der Östrogenspiegel in den Wechseljahren sinkt, sind auch der äußere Intimbereich, die Schamlippen und die Scheidenschleimhaut schlechter durchblutet. Sie können dadurch dünner, trockener und weniger elastisch werden. Beim Geschlechtsverkehr kann daher es leicht zu Verletzungen der Schleimhaut kommen, die mit Brennen und Schmerzen einhergehen.
Während der Wechseljahre und danach dauert es meist etwas länger, bis die Scheide bei sexueller Erregung feucht wird. Der Grund dafür ist, dass der Körper weniger Scheidensekret produziert und sich die Konsistenz der Flüssigkeit ändert. Das macht Frauen in und nach den Wechseljahren anfälliger für Entzündungen durch Bakterien und Pilze. Solche Infektionen, aber auch Harnwegsprobleme können die Freude an Sexualität trüben. Grundsätzlich können Frauen im Klimakterium und danach jedoch genauso viel Spaß an Sexualität haben wie vorher, sofern die sexuelle Stimulanz stimmt.
Keine Lust auf Sex kann hormonelle und organische Gründe haben
Entgegen der verbreiteten Meinung dämpft die Hormonumstellung während der Wechseljahre nicht die Lust auf Sex. Im Gegenteil. In einer Untersuchung, bei der die Freie Universität Berlin 1.000 Frauen befragte, sagten 80 Prozent der 50- bis 60-Jährigen, dass sie sich regelmäßige sexuelle Kontakte wünschen. Eine andere Studie zeigte, dass die sexuelle Lust zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr relativ konstant bleibt und erst nach dem 55. Lebensjahr signifikant abnimmt.
Allerdings kann ein Mangel an Testosteron die Lust bremsen. Der weibliche Körper stellt dieses Hormon vor allem in der Nebennierenrinde, den Eierstöcken und im Fettgewebe her. Im Laufe des Lebens nimmt die Produktion von Testosteron immer mehr ab. Müssen einer Frau die Eierstöcke entfernt werden, bevor sie sich natürlicherweise erschöpfen, fällt der Testosteronspiegel um bis zu 50 Prozent. Da ist es nicht ungewöhnlich, wenn die Lust auf Liebesspiele leidet.
Möglicherweise geht Lustlosigkeit auch auf organische Probleme zurück, die in den Wechseljahren häufiger auftreten, wie z.B. auf Blutungsstörungen, Myome und Unterleibsoperationen. Nicht zuletzt können Erschöpfung und Müdigkeit verursacht durch wechseljahrsbedingte Schlafstörungen und depressive Verstimmungen auf die Lustbremse treten.







