
Beschwerden
Gehirn & Gedächtnis
Viele Frauen in den Wechseljahren stellen fest, dass sie sich Dinge plötzlich schlechter merken können. Eine Studie ergab: Besonders vor der Menopause ist dies am schlimmsten. Danach bessert sich das Gedächtnis wieder.
Blutgefäße im Gehirn verändern sich
Östrogene spielen bei den Vorgängen im Gehirn eine wichtige Rolle. Sie wirken positiv auf Gedächtnis, Denken und Sprachvermögen, da sie als Schutzfaktoren auf vielfältige Weise zum Erhalt und Funktionieren von Nervenzellen beitragen. Wenn der Östrogenspiegel im Körper während der Wechseljahre sinkt, können die günstigen Effekte des Hormons nachlassen. In einem Tierversuch stellten Wissenschaftler der Universität von Missouri fest, dass sich die Gehirne der Tiere sogar deutlich veränderten: Blutgefäße wurden undicht und sehr kleine verschwanden ganz. Dies könnte nach Ansicht der Forscher erklären, warum bei Frauen in der Menopause die Gefahr für Herz-Kreislauf-Krankheiten wächst.
Hitzewallungen stören Wortgedächtnis
Östrogene regulieren auch das Wärmezentrum im Gehirn, das die Körpertemperatur konstant hält. Im Klimakterium kann es zu Funktionsstörungen kommen und Hitzewallungen sind eine mögliche Folge. Die wiederum können das Wortgedächtnis in Mitleidenschaft ziehen, wie US-amerikanische Wissenschaftler im Jahr 2008 herausfanden. Dazu hatten Forscher der Universität von Illinois in Chicago bei 29 Frauen von durchschnittlich 53 Jahren die Änderungen der Temperatur auf der Haut gemessen und festgestellt, dass diese im Laufe eines Tages rund 20 Hitzewallungen erlebten. Anschließende Tests zeigten, dass Frauen mit vielen Hitzewallungen ein schlechteres Wortgedächtnis hatten.
Menopause bremst die Merkfähigkeit nur vorübergehend
Ein schlechtes Gedächtnis haben Frauen offenbar vor allem kurz bevor sie die letzte Regelblutung ihres Lebens bekommen, wie US-amerikanische Wissenschaftler feststellten. Sie untersuchten über 2.300 Frauen zwischen 42 und 52 Jahren. Es zeigte sich: In Lern- und Gedächtnistests schnitten die Studienteilnehmerinnen in der frühen oder späten Menopause tatsächlich schlechter ab als diejenigen vor und nach der Menopause. Allerdings besserte sich das Gedächtnis bei ersteren später wieder und wurde genauso gut wie vorher.
Vorzeitige Wechseljahre können Gehirn und Gedächtnis schaden
Wenn eine Frau vorzeitig in die Wechseljahre kommt, beeinflusst dies die Vorgänge im Körper eventuell jedoch auf andere Art und Weise. So weist die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) darauf hin, dass der Östrogenmangel durch vorzeitige Wechseljahre negative Folgen für das Gehirn haben kann. Die DGE verweist auf neue Studien, nach denen sich das Risiko für Demenz (Gedächtnisschwund) oder Parkinson (Schüttellähmung) zu erhöhen scheint, wenn die Eierstöcke vor der Menopause entfernt werden. Studien der Mayo Clinic in Rochester mit über 2.300 Frauen, die sich aus medizinischen Gründen einen oder beide Eierstöcke hatten entfernen lassen, bestätigen dies. Im Vergleich zu anderen gleichaltrigen Frauen litten die Studienteilnehmerinnen später deutlich häufiger an Gedächtnisschwund oder Schüttellähmung. Das Risiko steigt mit der Zahl der Jahre, die zwischen der Operation und dem natürlichen Eintrittsalter in die Menopause liegen, stellten die Forscher fest. Die DGE betont, dass bei vorzeitigen Wechseljahren das Einnehmen von Östrogen einen Schutz für Gehirn und Nerven bietet.










