Jeder Dritte hat Halitosis

Mundgeruch den Kampf ansagen

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Ein wirksames Mittel gegen Mundgeruch ist das Bürsten der Zunge. Wie es richtig geht, lesen Sie im Text.
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Etwa jeder dritte Deutsche hat mit Mundgeruch zu kämpfen. Viele wissen noch nicht einmal von dem Problem, das nur andere riechen. Dabei kann man Mundgeruch sehr einfach vorbeugen - bei neun von zehn Betroffenen liegen dem unangenehmen Geruch Bakterienbeläge im Mund zugrunde, die sich mit den richtigen Hilfsmitteln entfernen lassen.

Den fauligen Geruch aus seinem Mund hat Peter Tiedt (Name geändert) nicht selbst bemerkt. "Auch in meinem Umfeld hat keiner seltsam reagiert oder sich von mir abgewendet", sagt er. Zumindest sei es ihm nicht aufgefallen. Erst seine Freundin wies den damals 40-Jährigen vorsichtig auf seinen ständigen Mundgeruch hin. Tiedt putzte sich seine Zähne nun noch intensiver, doch der stechende Geruch blieb.

Schätzungen zufolge hat etwa jeder dritte Bundesbürger mehr oder weniger chronischen Mundgeruch, medizinisch Halitosis genannt. Vielen ist er peinlich. "Manche halten in alltäglichen Situationen bewusst Abstand zu anderen Menschen, andere weichen den Zärtlichkeiten ihres Partners aus oder haben in extremen Fällen gar keine sozialen Kontakte mehr", sagt die Berliner Zahnärztin Aviva Grinfeld.

Mundgeruch am Morgen ist normal

Die Grenze zwischen schlechtem Atem und krankhaftem Mundgeruch ist fließend. "Morgendlicher Mundgeruch nach dem Aufstehen ist normal, da man beim Schlafen weniger Speichel produziert und der Mund dann einfach trockener ist", so Grinfeld. "Die Abgrenzung zum krankhaften Mundgeruch ist rein ursachenbedingt und in der Regel nicht an eine bestimmte Nahrungsaufnahme gebunden", ergänzt Sebastian Michaelis von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK).

In den wenigsten Fällen ist der Magen am Mundgeruch schuld

Bei etwa 90 Prozent der Patienten liegt die Ursache in der Mundhöhle. "Vor allem auf der großen rauen Oberfläche der Zunge mit ihren zahlreichen Vertiefungen setzen sich Bakterien fest, die keinen Sauerstoff zum Leben brauchen", erklärt Kai Worch von der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGParo) in Regensburg - "im Rahmen ihres Stoffwechsels produzieren sie flüchtige Schwefelverbindungen, die dann zu dem unangenehmen Geruch führen." Auch in den Zahnzwischenräumen und unter schlecht sitzenden Kronen finden die Bakterien ihre Nischen. Bei einem verschwindend geringen Prozentsatz liegt es an einem undicht abgeschlossenen Magen, wenn es aus dem Mund müffelt.

Bundesweit gibt es rund 30 spezialisierte Mundgeruchssprechstunden. Dort wird mit dem Halimeter, einem speziellen Sensorgerät, die Gesamtkonzentration der Schwefelverbindungen in der Atemluft der Patienten gemessen. "Es liefert quasi objektive Messwerte, die man mit dem subjektiven Empfinden abgleichen und für Verlaufskontrollen im Rahmen der Therapie einsetzen kann", sagt Worch. Der Zahnarzt untersucht zudem die gesamte Mundhöhle und führt gegebenenfalls eine professionelle Zahn- und Zungenreinigung durch.

Die richtige Zungenreinigung gegen Mundgeruch

Damit die Zunge wieder rötlich oder rosa schimmert und nicht von einem weißen, gelben oder braunen Belag bedeckt ist, sollte man sie auch selbst täglich reinigen. "Wichtig ist, dass man die Zunge vorsichtig säubert und nicht verletzt, weil sonst Bakterien ins Blut gelangen können", sagt Michaelis. Die kleinen, empfindlichen Erhebungen im hinteren Zungendrittel, die sogenannten Papillen, sollten nicht mitgereinigt werden.

Am besten ist deshalb laut Grinfeld folgende Technik: "Die Zunge herausstrecken und vorne an der Spitze breitflächig herunterziehen, auf die genoppte Seite des Zungenreinigers ein neutralisierendes Zink-Gel für Mundgeruch auftragen und dieses langsam vom höchsten Punkt der Zunge, den man sehen kann, nach vorne verteilen." Anschließend ziehe man das Gel mit der anderen Seite des Zungenreinigers ab. Da Zahnbürsten häufig einen Würgereiz auslösen, sollten Patienten spezielle Zungenreiniger mit flachen Borsten verwenden.

Dauerkauen von Kaugummis bei Mundgeruch kontraproduktiv

Kaugummis versprechen eine schnelle Lösung für das Geruchsproblem, wirken aber nur oberflächlich. "Sie können zwar die Speichelproduktion anregen, was besonders bei Mundtrockenheit wichtig ist, aber eben nicht die Bakterien eliminieren", sagt Grinfeld. Permanentes Kaugummi-Kauen verschlimmere das Problem vielmehr. Der pH-Wert im Mund erhöhe sich soweit, dass die Entstehung der Schwefelverbindungen begünstigt wird.

Von anti-bakteriellen Mundwässern sollten sich Betroffene ebenfalls nicht zu viel versprechen. Diese Mittel vertreiben demnach den Belag nur kurzfristig von der Zunge. Außerdem werden damit auch die natürlichen Abwehrfunktionen der Zunge geschädigt, so dass es langfristig zu einem dichten Pilzbefall (Soor) kommen kann, der seinerseits Mundgeruch hervorruft.

Wie Sie üblen Mundgeruch loswerden
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    Zähneputzen

    Ordentliche Mundhygiene ist Grundvoraussetzung. Am besten wäre es, nach jedem Essen zu putzen. Zwei Mal täglich ist jedoch ein Muss.

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    Zahnseide

    In Zahnzwischenräumen sammeln sich Speisereste, über die sich Bakterien hermachen. Übler Geruch entsteht. Deshalb mit Zahnseide oder ...

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    Interdentalbürstchen

    ... kleinen Interdentalbürstchen die Zwischenräume sorgfältig reinigen, um Mundgeruch vorzubeugen.

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    Zungenreinigung

    Ebenso wichtig ist die Reinigung der Zunge mit einem speziellen Schaber, der den Bakterienbelag mechanisch entfernt.

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    Gebiss

    Natürlich wollen auch die Dritten, Kronen und Brücken gereinigt werden, damit Mundgeruch nicht entsteht.

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    Wasser

    Ein trockener Mund begünstigt Mundgeruch. Mineralwasser oder ungesüßter Tee kann helfen.

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    Schwarzer Tee

    Antibakterielle Wirkstoffe im Tee dämmen das Bakterienwachstum in der Mundhöhle ein.

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    Knoblauch und Zwiebeln

    Zwiebel und Knoblauch sind bekannte Übeltäter, was schlechten Geruch aus dem Mund angeht.

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    Scharfes Essen meiden

    Generell sollte scharfes Essen eher meiden, wer an Mundgeruch leidet.

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    Weniger Eiweiß und Fett

    Auch fett- und eiweißreiches Essen begünstigen die sogenannte Halitosis.

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    Rauchen aufhören

    Dem Tabak abzuschwören hilft gegen den als unangenehm empfundenen Raucheratem.

    Falko Siewert / dpa

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    Kaugummi

    Zuckerfreies Kaugummi wirkt gleich doppelt: Zum einen regt es die Produktion von Speichel an, dem natürlichen Bakterienkiller. Zum anderen macht Pfefferminzextrakt den Atem frischer. Kaugummi wirkt jedoch nur kurzfristig.

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    Mundspülung

    Mundwasser mit Pfefferminzgeschmack hilft vorübergehend, sollte aber nicht zur Dauerlösung werden. Mundgeruch kann verschiedenste Ursachen haben, die behoben werden müssen.

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Autor: sw / dpa
Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2014

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