Kariesprävention

Mit Zahnseide optimal reinigen

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Am besten vorne beginnen: Dort lässt sich das Gebiss mit Zahnseide am einfachsten reinigen und zudem Mundgeruch vorbeugen.
Foto: proDente e.V. dpa

Wer regelmäßig Zähne putzt, tut zwar schon einiges zur Kariesprävention. Allerdings lassen sich die Zahnzwischenräume auf diese Weise nur unzureichend reinigen. Experten raten daher zum zusätzlichen Gebrauch von Zahnseide.

Die Zahnbürste kommt nur an etwa 60 Prozent der Zahnoberfläche heran. Wenn es um die Reinigung der Zahnzwischenräume geht, in denen Karies besonders gerne entsteht, versagt das traditionelle Zahnpflege-Instrument.

Zahnseide reinigt dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt

Hier hilft Zahnseide weiter. Damit lassen sich auch die letzten Essensreste aus dem Gebiss entfernen, die der Zahnbürste entgangen sind - wenn die Zahnseide richtig benutzt wird. Und dadurch wird auch unangenehmem Mundgeruch vergebeugt.

"Am besten beginnt man beim Reinigen mit den vorderen Zähnen. Dort ist es am einfachsten, erklärt Sebastian Ziller, Leiter der Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Die Zahnseide sollte an beiden Enden festgehalten und in den Zahnzwischenräumen mehrmals nach oben und unten bewegt werden. Dasselbe beim nächsten Zahn, bis das komplette Gebiss gereinigt ist.

Zahnseide mindestens alle zwei Tage verwenden

Der Griff zur Seide lohnt sich vor allem abends: Über den Tag hinweg haben sich Speisereste in den Zwischenräumen angesammelt, die nun nach dem Zähneputzen entfernt werden können. "Ich kann nur empfehlen, die Zahnzwischenräume mindestens alle zwei Tage mit Zahnseide zu reinigen", rät der Zahnarzt.

Wer seine Zähne optimal reinigen möchte, hat die Wahl zwischen gewachsten und ungewachsten Fäden. Die richtige Zahnseide findet der Verbraucher, indem er sich nach der Größe seiner Zahnzwischenräume richtet: Bei eng stehenden Zähnen empfiehlt Ziller eine gewachste Zahnseide. Diese gleite leichter durch die engen Stellen.

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Ungewachste Zahnseide für große Zahnzwischenräume

Für große Zahnzwischenräume ist ungewachste Zahnseide besser geeignet. "Sie raut sich beim Benutzen etwas auf, wie ein Zwirn, der zwischen den Fingernägeln zerrieben wird", erklärt Ziller. Es gebe auch bereits aufgebauschtes Material zu kaufen, das für große Zwischenräume oder bei Zahnspangen geeignet ist.

Grundsätzlich sollten Verbraucher sich die richtige Anwendung von einem Zahnarzt oder einer Prophylaxehelferin in der Arztpraxis zeigen lassen. Ansonsten könne die Papille, das dreieckige Zahnfleischstück zwischen den Zähnen, leicht verletzt werden.

Interdentalbürsten als Alternative

Eine Alternative zur Zahnseide biete nur die Interdentalbürste, sagt Ziller. "Mit ihr gelangt man gut unter festsitzende Brücken, Zahnspangen und in erweiterte Zwischenräume." Die Bürste, die aussieht wie ein kleiner Flaschenreiniger, füllt mit ihrem großen Kopf die behandelten Stellen im Gebiss komplett aus.

Zähne putzen - aber richtig!
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    Das A und O der Zahnpflege: Zwei Mal täglich putzen - mindestens. Ob Sie mit der Hand oder elektrisch reinigen, ist im Prinzip egal. Allerdings erledigt die elektrische Zahnbürste die richtigen Putzbewegungen automatisch, außerdem müssen sie mit rund zwei statt drei Minuten etwas kürzer putzen, um den selben Effekt zu erzielen.

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    Handzahnbürste

    Wer sich für eine Handzahnbürste entscheidet, muss auf die richtige Putztechnik achten: Die Bürste im 45-Grad-Winkel an den Zahnansatz ansetzen, sanft rütteln und die gelockerten Beläge zur Kaufläche hin auswischen.

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    Wählen Sie eine fluoridierte Zahnpasta aus. Fluorid härtet den Zahnschmelz und hilft so, Karies vorzubeugen.

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    Interdentalbürstchen

    Allerdings: Nur mit der Zahnbürste erreichen Sie nur 60 Prozent der Zahnflächen, um sie von Karies auslösenden Belägen zu reinigen. Für die schwer erreichbaren Zahnzwischenräume gibt es Interdentalbürsten in verschiedenen Formen und Größen.

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    Die kleinen Bürstchen eignen sich auch zur Reinigung fest sitzender Zahnspangen. Unter den Brackets und Drähten verfangen sich leicht Speisereste, von denen sich zahnschädliche Bakterien ernähren.

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    Zahnseide

    Wenn die Zähne besonders eng stehen oder die Interdentalbürste aus anderen Gründen Probleme macht, greifen Sie auf Zahnseide zurück. Sie reinigt die Zwischenräume sehr effektiv. Gehen Sie dabei vorsichtig vor, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen, und reinigen Sie auch ein bis zwei Millimeter unter dem Zahnfleischrand. Nicht vergessen: Jeder Zahnzwischenraum wird von zwei Zähnen gebildet, reinigen Sie beide angrenzenden Flächen einzeln.

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    Zahnseidesticks

    Eine recht praktische Alternative zum Zahnseidefaden am Stück sind Einmal-Zahnseidesticks. Sie produzieren damit allerdings mehr Müll.

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    Equipment regelmäßig wechseln

    Egal ob Handzahnbürste, elektrische oder Interdentalbürste: Wechseln Sie Bürste beziehungsweise Köpfe mindestens alle drei Monate. Interdentalbürstchen sollten Sie sogar nach zwei Wochen wegwerfen und durch eine neue ersetzen.

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    Prophylaxe in der Praxis

    Nehmen Sie regelmäßig die Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt wahr. Er erkennt schon kleine Löcher im Zahn und kann sie zahnerhaltend füllen, bevor größere Maßnahmen nötig werden. Viele Praxen bieten zusätzlich eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) an und empfehlen sie halbjährlich.

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    Zungenreiniger

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    Den Mund nach dem Putzen mit Mundwasser zu spülen, kann Bakterien an schwer zugänglichen Stellen ebenfalls den Garaus machen. Zahnseide oder Interdentalbürsten ersetzt das aber nicht.

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Autor: dpa / rs / lifeline
Letzte Aktualisierung: 25. September 2013

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