Zahnkorrrektur

Fehlstellungen der Zähne: Arten - Vorbeugung- Behandlung

Zahnspange_Junge_getty_200265570-001.jpg
Zahnspangen können Fehlstellungen korrigieren.
(c) Digital Vision

Etwa jedes zweite Kind in Deutschland leidet unter Fehlstellungen von Kiefer und Zähnen. Ist es in jungen Jahren versäumt worden, Schiefes gerade zu rücken, ist noch eine „Spätbehandlung“ möglich. Auch betroffene Erwachsene haben dank modernster Therapien wieder gut lachen.

Wie kommt es zu Fehlstellungen?

Schief stehende Zähne und nicht zusammenpassende Kiefer können angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Häufig ist die Fehlentwicklung eine Kombination aus beidem. Bei den erworbenen Fehlstellungen sind oft schlechte Gewohnheiten schuld an Zahn- und Kieferveränderungen. Dazu gehören Lutschen (an Daumen, Stiften etc.) sowie zu langes Nuckeln an Schnuller und Flaschen. Aber auch der frühzeitige Verlust der Milchzähne begünstigt Fehlentwicklungen im Zahn- und Kieferbereich.

Arten der Fehlstellungen und mögliche Folgen

Angeborene Fehlstellungen sind: Vorbiss (Progenie): Ein großer, ausgeprägter Unterkiefer, bei dem die unteren Schneidezähne vor die oberen beißen. Deckbiss oder Tiefbiss: Die oberen, mittleren Schneidezähne überdecken die unteren. Distalbiss: Ein Rückbiss des Unterkiefers, häufig mit lückig nach vorne abstehenden Schneidezähnen. Missbildungen: Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Zahnüber- oder unterzahl, Zahnverlagerung etc.Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Mögliche Folgen können sein:

  • Sprachstörungen, z.B. Lispeln
  • behinderte Nahrungsaufnahme bei einem gestörten Zusammenbiss Karies und Zahnfleischerkrankungen (z.B. bei verschachtelten oder eng stehenden Zähnen)
  • Karies und Zahnfleischerkrankungen (z.B. bei verschachtelten oder eng stehenden Zähnen)
  • Beißen in Zahnfleisch oder Lippen (z.B. bei einem Deckbiss)
  • Zahnbetterkrankungen und Kippen der Zähne bei ungleichmäßiger Belastung
  • Probleme beim Anpassen eines Zahnersatzes (z.B. Brücken oder Kronen)

Vorbeugung: frühe Nuckel-Entwöhnung

Erworbene Zahn- und Kieferprobleme müssen nicht sein. Es ist nicht leicht, schlechten Angewohnheiten beizukommen, aber möglich. Geduld und Konsequenz der Eltern sind hier gefragt. Langjähriges Daumenlutschen und Schnullernuckeln kann zu einem Distalbiss und zu Sprachstörungen führen. Das einfache Verbieten bringt wenig. Besser ist das Lobprinzip. Ein Kalender, in dem die „lutschfreien Tagen eingetragen werden, wirkt auf viele Kinder motivierend vor allem wenn eine kleine Belohnung winkt.

Das Nuckeln am Schnuller ist ein normaler Reflex. Doch ab etwa dem siebten bis achten Lebensmonat kann der Nachwuchs langsam vom Schnuller entwöhnt werden. Gibt es dabei Probleme, bietet sich eine Mundvorhofplatte an. Diese ähnelt einem Schnuller, verhindert aber, dass die Zunge zwischen die Schneidezähne rutscht. Auch früher Milchzahnverlust aufgrund von Karies sollte bei regelmäßiger Zahnhygiene kein Thema sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Angeborene Fehlentwicklungen werden meist schon im Kleinkindalter behandelt. Doch in den meisten Fällen sind die kleinen Patienten zwischen acht und zehn Jahre alt. In diesem Alter macht sich die Kieferorthopädie die Wachstumsvorgänge des Gesichtsschädels zu Nutze. Abhängig von den Fehlstellungen dauert die Behandlung etwa zwei bis vier Jahre. Bei Kindern und Erwachsenen können herausnehmbare oder festsitzende Korrektursysteme eingesetzt werden. Möglich ist auch eine Kombination. Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile. So sind herausnehmbare Zahnspangen im Alltag äußerst praktisch. Sie können z.B. vor dem Zähneputzen oder Sport entfernt werden. Allerdings verlängert sich bei diesem System auch die Behandlungsdauer. Die ist wiederum bei einem festsitzenden Gerät deutlich verkürzt, da es Tag und Nacht auf Zähne und Kiefer einwirkt.

Allerdings ist hier eine optimale Gebissreinigung nicht gewährleistet und harte Nahrungsmittel können zu einem Problem werden. Auch die Optik ist nicht jedermanns Sache. Kein Wunder, dass sich immer mehr Erwachsene eine „unsichtbare Korrektur wünschen. Das ist heute mit Hilfe von dünnen, klarsichtigen Kunststofffolien (Invisalign) möglich. Die Umformung erfolgt in einzelnen Schritten über einen Zeitraum von 10-18 Monaten. Je nach Behandlungsnotwendigkeit kommen bis zu 50 Folien zum Einsatz. Wichtig: Eine sorgfältige Zahnpflege ist entscheidend für den Erfolg einer kieferorthopädischen Behandlung, vor allem bei festsitzenden Apparaturen.

Wer trägt die Behandlungskosten?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 80% (bei mehreren Kindern 90%) der Kosten. Nach Behandlungsabschluss wird auch der Restbetrag erstattet. Voraussetzung: Es muss eine Behandlungsnotwendigkeit nachgewiesen werden. Erwachsene gehen grundsätzlich leer aus, es sei denn, es handelt sich um schwere, behandlungsbedürftige Kieferfehlbildungen. Bei den privaten Krankenkassen hängt die Kostenübernahme von der persönlichen Tarifgestaltung ab.

Zähne putzen - aber richtig!
1 von 14
  • Zähne_gesund-und-weiß.JPG
    Gesunde, schöne Zähne

    Gerade und weiße Zähne sind ein Schmuck für jedes Gesicht. Sie selbst können eine Menge dafür tun, das Gebiss gesund und makellos zu erhalten.

    Thinkstock

  • Zähne_Zahnpflege.JPG
    Zahnpflege-Accessoires

    Dafür stehen in der gut sortierten Drogerie immer neue Hilfsmittel zur Verfügung. Wir zeigen Ihnen, wofür sie gut sind und was sie bringen.

    Thinkstock

  • Zähne_elektrische-Zahnbürste.JPG
    Elektrische Zahnbürste

    Das A und O der Zahnpflege: Zwei Mal täglich putzen - mindestens. Ob Sie mit der Hand oder elektrisch reinigen, ist im Prinzip egal. Allerdings erledigt die elektrische Zahnbürste die richtigen Putzbewegungen automatisch, außerdem müssen sie mit rund zwei statt drei Minuten etwas kürzer putzen, um den selben Effekt zu erzielen.

    Thinkstock

  • Zähne_Handzahnbürste.JPG
    Handzahnbürste

    Wer sich für eine Handzahnbürste entscheidet, muss auf die richtige Putztechnik achten: Die Bürste im 45-Grad-Winkel an den Zahnansatz ansetzen, sanft rütteln und die gelockerten Beläge zur Kaufläche hin auswischen.

    Thinkstock

  • Zähne_Fluorid.JPG
    Die richtige Zahncreme

    Wählen Sie eine fluoridierte Zahnpasta aus. Fluorid härtet den Zahnschmelz und hilft so, Karies vorzubeugen.

    Thinkstock

  • Zähne_Interdentalbürste.JPG
    Interdentalbürstchen

    Allerdings: Nur mit der Zahnbürste erreichen Sie nur 60 Prozent der Zahnflächen, um sie von Karies auslösenden Belägen zu reinigen. Für die schwer erreichbaren Zahnzwischenräume gibt es Interdentalbürsten in verschiedenen Formen und Größen.

    Thinkstock

  • Zähne_Zahnspange.JPG
    Zahnspange säubern

    Die kleinen Bürstchen eignen sich auch zur Reinigung fest sitzender Zahnspangen. Unter den Brackets und Drähten verfangen sich leicht Speisereste, von denen sich zahnschädliche Bakterien ernähren.

    Thinkstock

  • Zähne_Zahnseide.JPG
    Zahnseide

    Wenn die Zähne besonders eng stehen oder die Interdentalbürste aus anderen Gründen Probleme macht, greifen Sie auf Zahnseide zurück. Sie reinigt die Zwischenräume sehr effektiv. Gehen Sie dabei vorsichtig vor, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen, und reinigen Sie auch ein bis zwei Millimeter unter dem Zahnfleischrand. Nicht vergessen: Jeder Zahnzwischenraum wird von zwei Zähnen gebildet, reinigen Sie beide angrenzenden Flächen einzeln.

    Thinkstock

  • Zähne_Zahnseidesticks.JPG
    Zahnseidesticks

    Eine recht praktische Alternative zum Zahnseidefaden am Stück sind Einmal-Zahnseidesticks. Sie produzieren damit allerdings mehr Müll.

    Thinkstock

  • Zähne_Köpfe wechseln.JPG
    Equipment regelmäßig wechseln

    Egal ob Handzahnbürste, elektrische oder Interdentalbürste: Wechseln Sie Bürste beziehungsweise Köpfe mindestens alle drei Monate. Interdentalbürstchen sollten Sie sogar nach zwei Wochen wegwerfen und durch eine neue ersetzen.

    Thinkstock

  • Zähne_Vorsorge.JPG
    Prophylaxe in der Praxis

    Nehmen Sie regelmäßig die Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt wahr. Er erkennt schon kleine Löcher im Zahn und kann sie zahnerhaltend füllen, bevor größere Maßnahmen nötig werden. Viele Praxen bieten zusätzlich eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) an und empfehlen sie halbjährlich.

    Thinkstock

  • Zähne_zungenreiniger.JPG
    Zungenreiniger

    Auf der Zunge bilden sich bakterielle Beläge, die nach dem Putzen auf die Zähne übergehen und Karies begünstigen. Vorbeugen kann ein spezieller Zungenschaber. Viele der Reiniger haben eine harte und eine weiche Seite für die zweistufige Reinigung.

    Thinkstock

  • zähne_schaum.JPG
    Nicht mit Wasser ausspülen

    Experten empfehlen, nach dem Putzen den Zahnpasta-Schaum abschließend durch die Zähne zu spülen und dann nur auszuspucken, nicht aber mit Wasser nachzuspülen. So wirkt das Fluorid besser.

    Thinkstock

  • Zähne_mundwasser.JPG
    Mundwasser

    Den Mund nach dem Putzen mit Mundwasser zu spülen, kann Bakterien an schwer zugänglichen Stellen ebenfalls den Garaus machen. Zahnseide oder Interdentalbürsten ersetzt das aber nicht.

    Thinkstock

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2008

Neueste Fragen aus der Community
Hören Sie zu - reden Sie mit

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Fragen Sie unser Gesundheitsteam

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...


Newsletter-Leser wissen mehr

Mit dem kostenlosen Lifeline-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang