Rauchen und Zahngesundheit

Raucher bekommen öfter Parodontitis

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Raucher haben ein hohes Parodontitis-Risiko.
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Raucher haben ein hohes Parodontitis-Risiko – das allein wäre vielleicht noch nicht so schlimm. Doch hinzukommt: Die Entzündung des Zahnhalteapparats lässt sich nur schwer therapieren. Oft kommt es später wieder zu Entzündungen. Nicht selten verliert der Patient am Ende sogar einige Zähne. Experten raten Rauchern mit Parodontitis darum dringend, den Tabakkonsum einzustellen.

Wenn eine Parodontitis-Therapie versagt, seien in 90 Prozent der Fälle Raucher davon betroffen, schreibt Dr. Joachim Kowollik in der zahnmedizinischen Fachzeitschrift Die Quintessenz. Der Grund: Bei Rauchern ist die Heilung gestört, weil die Wunde im Mundraum wegen geschwächter Immunabwehr und gestörter Durchblutung nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird.

Parodontitis-Behandlung ist bei Rauchern schwer

Da die Aussichten für Raucher mit Parodontitis so düster sind, ist es sinnvoll, am Beginn einer jeden Parodontitis-Behandlung sehr genau nach den Rauchgewohnheiten zu fragen, sagt Prof. Thomas Kocher vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefernkunde der Ernst-Moritz-Universität Greifswald. Seit wann rauchen Sie? Wie viele Zigaretten konsumieren sie täglich? Auf alle diese Fragen braucht Kocher Antworten, denn: Je mehr ein Patient raucht, desto schlechter sind seine Heilungschancen. Der Parodontitis-Experte setzt noch während der Behandlung alles daran, den Patienten von einem Rauchstopp zu überzeugen - er empfiehlt ihnen auch, es eventuell mit einem Nikotinpflaster zu versuchen.

"Trotzdem: Von zehn Rauchern hört im Schnitt nur einer auf", meint Kocher. Doch Patienten, die eine Raucherentwöhnung ablehnen oder nicht durchstehen, haben große Nachteile: Sie können nicht so gründlich behandelt werden. Eine Parodontitis-Operation, die dafür sorgen soll, dass ein Zahn erhalten bleibt, nimmt Kocher meistens nur bei Nichtrauchern vor. Denn bei Rauchern lässt sich der Aufwand nicht rechtfertigen. Die Regenerationsfähigkeit ist bei ihnen so schlecht, dass der Zahn am Ende doch verloren gehen kann. Was den Zahnerhalt oftmals zusätzlich erschwert: Bei Tabakkonsumenten baut sich der Kieferknochen häufig viel stärker ab als bei Nichtrauchern.

Raucher verlieren leichter Implantate

Manch ein Raucher mit Parodontitis fürchtet den Zahnausfall vielleicht gar nicht so sehr: Immerhin gibt es heute die Möglichkeit, sich Implantate einsetzen zu lassen. Doch auch in diesem Fall gilt: Der Eingriff verläuft bei Nichtrauchern deutlich erfolgreicher. Dies bestätigen eine ganze Reihe von Studien, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Oral Health Programme, dem Programm zur Mundgesundheit (http://www.whocollab.od.mah.se/expl/tobacco.html) . Der Unterschied ist so gravierend, dass Kocher zu dem Schluss kommt: "Mit Implantaten würde ich mich bei Rauchern sehr zurückhalten."

Zehn Schritte zum Nichtraucher

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 19. November 2007

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