Zahngesundheit

Karies: So beugen Sie der Volkskrankheit vor

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Zahnseide - wichtige Waffe im Kampf gegen Karies
Getty Images/BananaStock RF

Karies ist eine häufige Zahnerkrankung. Nahezu jeder Mensch ist irgendwann einmal davon betroffen. Gründliche Zahnpflege, zahngesunde Ernährung, eine ausreichende Fluoridzufuhr und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt können das Risiko für Karies erheblich senken. Wird Karies nicht rechtzeitig entdeckt, sind Zahnschmerzen oft die Folge.

Karies, das „Loch im Zahn“, wird durch Mikroorganismen (Plaque) ausgelöst. Diese scheiden saure Stoffwechsel-Produkte aus und schädigen so den Zahnschmelz. Wird Karies nicht rechtzeitig behandelt, nehmen auch das Zahnbein (Dentin) und der Zahnnerv Schaden. Oft sind Zahnschmerzen die Folge. Deshalb ist es wichtig, dass Karies frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Karies erkennen: Regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt

In einem frühen Stadium kann der Kariesverlauf aufgehalten werden. Lassen Sie Ihre Zähne deshalb zur Prophylaxe mindestens einmal im Jahr vom Zahnarzt kontrollieren. Erfolgt diese Kontrolluntersuchung nicht, wird Karies meist erst in einem fortgeschrittenem Stadium bemerkt. Meist macht sich das Loch im Zahn dann durch Zahnschmerzen oder empfindliche Zähne bemerkbar. Oft treten die Schmerzen beim Zubeißen oder beim Kontakt mit warmen oder kalten Speisen auf. Suchen Sie bei Zahnschmerzen umgehend einen Zahnarzt auf.

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten

Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt Ihre Ernährungs- und Zahnpflege-Gewohnheiten. Möglicherweise können Sie durch eine Änderung Ihres Verhaltens leicht dafür sorgen, dass Ihre Zähne gesund bleiben und es nicht mehr zu Karies kommt.

Gründliche Zahnpflege gegen Karies

Die beste Methode, um Karies vorzubeugen, ist die gründliche Zahnpflege. Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal am Tag gründlich mit einer guten Zahnbürste und Zahnpasta. Reinigen Sie auch die Zahn-Zwischenräume mit Zahnseide oder anderen geeigneten Werkzeugen (z.B. Zahnhölzchen, Zwischenraum-Bürste). Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Zähne von allen Seiten putzen. Benutzen Sie die Zahnbürste nicht länger als drei Monate.

Denken Sie daran, nach dem abendlichen Zähneputzen nichts mehr zu essen und keine zuckerhaltigen Getränke zu sich nehmen. So sind Ihre Zähne die ganze Nacht geschützt.

Zahngesunde Ernährung gegen Karies

Auch durch eine zahngesunde Ernährung können Sie Karies vorbeugen. Nehmen Sie möglichst zuckerarme Speisen und Getränke zu sich. Trinken Sie viel Wasser. Das spült Ihren Mund, entfernt Zucker und Speisereste und regt die Speichelproduktion an. Das ist besonders nach dem Verzehr säurehaltiger Speisen (z.B. Obst) wichtig. Spülen Sie Ihren Mundraum nicht mit zuckrigen oder sauren Getränken, sondern schlucken Sie diese direkt hinunter.

Ausreichende Fluoridaufnahme gegen Karies

Eine ausreichende Fluoridzufuhr gilt als wirksames Mittel der Karies-Prophylaxe. Fluorid ist in zahlreichen Zahnpflege-Produkten, wie Zahnpasta, Tabletten, Gels, Lacken und Mundspülungen, enthalten. Diese sind entweder frei erhältlich oder können vom Zahnarzt aufgetragen werden. Eine ausreichende Fluoridaufnahme ist wichtig für die Zähne; Fluorid darf allerdings nicht überdosiert werden. Da man Fluoridpräparate nicht verschlucken sollte, ist bei Kindern besondere Vorsicht geboten. Lassen Sie sich über die richtige Anwendung und Dosierung von Ihrem Zahnarzt beraten.

Zahnfüllung als Behandlung bei Karies

Ist Karies doch einmal so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr aufzuhalten ist, wird eine Behandlung erforderlich. Um ein Fortschreiten der Karies zu verhindern, muss der Kariesherd mit einem Bohrer entfernt werden. Bei Bedarf kann der Zahnarzt eine lokale Betäubung vornehmen. Der Zahn wird dann mit einer Zahnfüllung wieder verschlossen. Diese Füllung kann aus unterschiedlichen Materialien wie z.B. Amalgam, Kunststoff, Keramik oder Gold bestehen. Die Füllungen halten je nach Material zwischen 10 und 30 Jahre. Danach müssen sie erneuert werden.

Zahnfüllung – eine Frage des Materials

Das Metallgemisch Amalgam ist ein haltbares, preiswertes und vielseitiges Material und wird deshalb bei Karies oft standardmäßig verwendet. Allerdings ist Amalgam wegen seines Quecksilberanteils immer wieder in der Diskussion. An gut sichtbaren Zahnstellen wird stattdessen oft eine Kunststofffüllung verwendet. Das Verbundmaterial aus Glas- und Quarzteilchen sowie Kunststoff kann genau in der passenden Zahnfarbe hergestellt werden. Jedoch ist die Kunststofffüllung aus Stabilitätsgründen nicht an allen Stellen des Zahns einsetzbar.

Eine weitere Methode, das Kariesloch zu füllen, ist das Inlay. Dabei wird im Zahnlabor ein passender Einsatz aus Gold oder Keramik hergestellt, der dann mit einem Klebstoff bzw. Zement im Zahn befestigt wird. Dieses Verfahren ist allerdings teurer und zeitaufwändiger.

Lassen Sie sich bei der Auswahl der passenden Füllung von Ihrem Zahnarzt beraten. Er kann Ihnen, abhängig von der konkreten Situation, die passende Füllmethode empfehlen.

Zehn zahngesunde Lebensmittel

Autor: Christian Ohlig dr. waitz l medproduction, Redaktionsbüro Medizin und Gesundheit Köln
Letzte Aktualisierung: 07. Oktober 2010
Quellen: Biesalski, H.-K. et al. (Hrsg.): Ernährungsmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2004 Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. (DGZMK): Fluoridierung. http://www.dgzmk.de/uploads/media/Fluoridierung.pdf (Stand 10/2010) Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung: Karies/Füllungstherapie. http://www.kzbv.de/m203.htm (Stand 10/2010) Ott, R. et al. (Hrsg.): Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2003

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