Schwieriger Ausstieg
Dauerhaft Nichtraucher – wie geht das?
Es gibt tausende Gründe, die Raucher davon abhalten, dauerhaft Nichtraucher zu werden. Wer hat nicht schon ein "…dann nehme ich ja ganz fürchterlich zu" oder ein "Meine Tante ist trotz Kettenrauchen hundert Jahre alt geworden" gehört? Dabei ist Studien zufolge der Verzicht auf den Tabak der Wunsch der meisten Raucher. Wie man dem blauen Dunst am besten entkommt, verrät Anne Wilkening, Rauchentwöhnerin an der Berliner Charité.
Immerhin 34 Prozent der Nikotinabhängigen wünschen sich, wenn sie ehrlich zu sich sind, dauerhaft Nichtraucher zu werden. Anne Wilkening kennt die zwiespältigen Gefühle von Rauchern zur Zigarette genau: „Auf der einen Seite ist das Rauchen fester Bestandteil des Lebens, gibt vermeintlich Sicherheit und Halt, auf der anderen Seite fühlt sich der Raucher aber durch seine Abhängigkeit, wenn er sie sich eingesteht, auch machtlos und ausgeliefert.
Viele Raucher beschreiben ihre Situation so: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist wie einen Engel und einen Teufel auf der Schulter zu haben – der Teufel hat immer die besseren Argumente! Und genau bei dieser Hassliebe können wir ansetzen, wenn wir beim Rauchausstieg helfen", so die Expertin.
Um Raucher dauerhaft zum Nichtraucher zu machen, rät sie in vielen Fällen dazu, den Körper zu überlisten und den Geist zu stärken: Nikotinersatzpräparate helfen über Entzugserscheinungen hinweg und geben dem Organismus, wonach er verlangt – und vor allem, ohne ihn damit zu schädigen. Zahlreiche Studien belegen, dass der Einsatz von Nikotinersatz, am wirkungsvollsten in Verbindung mit einer guten Beratung, die Chance verdoppelt, auf dauerhaft zum Nichtraucher zu werden. Aus diesem Grund empfiehlt die WHO diese Therapie zum Rauchausstieg. Die mentale Begleitung der Aufhörwilligen ist das zweite Standbein einer erfolgreichen Entwöhnung. Wer sich die eigene Abhängigkeit bewusst macht und sie durchbricht, ist gut gerüstet, den Rauchritualen zu entgehen.
Die Pfunde auch als Nichtraucher im Griff
Viele Neu-Nichtraucher greifen statt zur Zigarette in der ersten Zeit der Entwöhnung zu Süßigkeiten, weil sie sich beschäftigen möchten. Kauen und lutschen soll das Rauchen ersetzen. Außerdem stellen sich durch die Umstellung des Stoffwechsels Heißhungerattacken ein. Mit Nikotinersatz wird diesen Attacken gezielt entgegengewirkt. Studien belegen, dass Nichtraucher, die zum Hilfsmittel Nikotinkaugummi, -pflaster oder Microtab greifen, in den ersten drei Monaten nur halb so viel zunehmen wie ohne diese Hilfsmittel. Wer in der Übergangsphase dauerhaft auf seine Ernährung achtet, Sport treibt und Nikotinersatz nutzt, dem bleiben die gefürchteten Kilos fast gänzlich erspart.
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