Schmerzen erkennen

Schmerzen und Schmerztherapie

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Angehörige spielen bei der Schmerztherapie eine wichtige Rolle.
(c) Stockbyte

Der Arzt ist auf die Beschreibung der Schmerzen angewiesen, um eine gute Schmerztherapie zu verordnen. Angehörige verbringen die die meiste Zeit mit dem Patienten und spielen deshalb eine besondere Rolle.

Mittels einer Skala und eines Schmerztagebuchs können Stärke, Auftreten, Häufigkeit, Verlauf und Art der Schmerzen erfasst werden und dem behandelnden Arzt wertvolle Hinweise auf die Behandlungsmöglichkeiten geben. Dieser verschreibt eine sogenannte Basismedikation und für zusätzlich und plötzlich auftretende Schmerzen eine „Bedarfsmedikation“ als erste Schmerztherapie. Damit ist sowohl dem Patienten als auch seinen Angehörigen die Angst und Unsicherheit genommen, dass sie in einer akuten Schmerzsituation (zum Beispiel am Wochenende) den Notarzt rufen müssen. Dem Kranken ist ein Stück seiner Eigenverantwortung und Autonomie zurückgegeben, in dem er selbst entscheidet, wann er wie viel von der Medikation nimmt, um sich wohl und schmerzfrei zu fühlen.

Verabreichungsformen

Schmerzmedikamente stehen in unterschiedlichen Verabreichungsformen zur Verfügung: Tabletten zum Schlucken und Lutschen, Kapseln, Tropfenlösungen, Zäpfchen, Pflaster, Lösungen zur Injektion und auch Schmerzmittelpumpen. Die Behandlung kann so der Situation des Patienten, der Stärke seiner Schmerzen und der gewünschten Wirkungsdauer individuell angepasst werden. Die Wirkung eines Schmerzmittels hängt nur wenig davon ab, ob es geschluckt oder injiziert wird. Es gibt Opioide der höchsten Wirkungsstufe, die als Tablette oder Tropfen zum Einnehmen zur Verfügung stehen. Es gibt aber auch "leichte" Schmerzmittel, die über eine Ernährungssonde oder als Injektion verabreicht werden, zum Beispiel, wenn ein Patient nicht schlucken kann.

Schmerzen: Schmerzskala in 10 Intervallen

  • Stärke 0: Keine Schmerzen, keine Beschwerden.
  • Stärke 1: Sehr geringe Schmerzen, die sich kaum bemerkbar machen.
  • Stärke 2: Die Schmerzen sind gering, aber sie werden langsam mehr wahrgenommen.
  • Stärke 3: Die Schmerzen werden etwas hartnäckiger, sind aber noch gut erträglich.
  • Stärke 4: Mittlere Schmerzen, die sich langsam auf das Befinden auswirken.
  • Stärke 5: Etwas stärkere Schmerzen, die stören, aber noch immer auszuhalten sind.
  • Stärke 6: Stärkere Schmerzen, auch verbunden mit Schlafstörungen.
  • Stärke 7: Starke Schmerzen, die hartnäckig, stechend und sehr erschöpfend sein können.
  • Stärke 8: Sehr starke Schmerzen; Unruhe und der unbändige Wunsch nach Linderung der Schmerzen, manchmal Verwirrtheit oder deliriumartige Zustände.
  • Stärke 9: Immense Schmerzen, verbunden mit großer Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht.
  • Stärke 10: Unerträgliche Schmerzen, die mit Aggressionen, Depressionen und Selbstmordgedanken verbunden sein können.

Autor: Redaktion Heilberufe
Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2009

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