Adipositaschirugie

Ernährung vor und nach der Adipositas-OP

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salad with eggs and tomatoes
Getty Images/iStockphoto

Chirurgische Maßnahmen zur Bekämpfung von krankhaftem Übergewicht (Adipositaschirurgie) stellen eine effektive Behandlung dar – auch bei Diabetes mellitus Typ 2. Begleitend zur Adipositas-OP muss jedoch immer eine Umstellung von Ernährung und Verhalten erfolgen.

Die Patienten müssen ihre Ernährung und ihren Alltag modifizieren, um langfristige Erfolge zu erzielen sowie unerwünschte Auswirkungen der Adipositas-Operationen so gering wie möglich zu halten. Die Veränderungen im Verdauungstrakt machen zum Beispiel eine lebenslange Nahrungsergänzung mit Vitaminpräparaten (Vitaminsupplementation) notwendig.

Die Gewichtsreduktion ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Diabetes-Therapie. Am Anfang steht ein Basisprogramm, das die Bausteine Ernährungstherapie, Bewegungssteigerung und Verhaltenstherapie umfasst. Bleibt dies erfolglos, kann ein chirurgischer Eingriff in einem spezialisierten Zentrum angebracht sein. Wie in der Diabetes-Therapie ist auch nach einer chirurgischen Maßnahme zur Bekämpfung der Adipositas die auf Ernährung basierende Therapie ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung. Dabei gelten für Typ-2-Diabetiker die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für alle anderen Patienten mit krankhaftem Übergewicht.

Ernährung vor der Adipositas-OP

Die Ernährungstherapie beginnt bereits vor der Adipositas-Operation. Die Patienten sollten ihre Ernährung und Gewohnheiten ändern, zum Beispiel nur drei Mahlzeiten pro Tag essen und Mineralwasser anstatt zuckerhaltiger Limonaden trinken. Dies erleichtert die Ernährungsumstellung nach der chirurgischen Maßnahme. Empfohlen wird zudem die tägliche Einnahme eines Multivitaminpräparats schon vor dem Eingriff, da bei Fettleibigkeit (Adipositas) häufig ein Mangel an bestimmten Vitaminen wie D und B1 besteht. Zwei Wochen vor der Operation sollten die Patienten mit einer Phase der flüssigen Ernährung (etwa Suppen, Milchmixgetränke) beginnen. Dies ist wichtig, um neben dem Gewicht das Volumen der meist vorhandenen Fettleber zu reduzieren.

Ernährungsaufbau nach der Operation

Unmittelbar nach der Adipositas-Operation erfolgt im Krankenhaus ein Aufbau der Ernährung in Stufen, der dem Patienten bis zur Entlassung, die üblicherweise am fünften Tag nach dem Eingriff erfolgt, das Essen flüssig-breiiger Speisen ermöglicht. Diese sogenannte Phase 1 (Flüssigkost) soll für vier Wochen ab dem OP-Tag beibehalten werden. Der positive Einfluss dieses Vorgehens ist zwar nicht durch Studiendaten belegt, wird jedoch aufgrund langjähriger Erfahrung von Experten empfohlen. Dadurch kann etwa bei Patienten nach dem Einsetzen eines Magenbandes Erbrechen vermieden werden, was zum Verrutschen des Magenbandes (Frühslippage) führen könnte. Zudem kann durch die Form der Ernährung ein merklicher anfänglicher Gewichtverlust bei Adipositas erzielt werden, der Einfluss auf den weiteren Verlauf der Gewichtsabnahme im ersten Jahr nach der Operation hat. In Phase 2 (festere Kost) darf sich der Patient breiig-fest ernähren. Nach zwei bis drei Tagen schließt sich Phase 3 an, die sich an den allgemeinen Ernährungsempfehlungen orientiert und langfristig beibehalten werden soll.

Autor: Dr. oec. troph. Heike Raab / von der Lifeline-Redaktion für Patienten überarbeitet (cu)
Letzte Aktualisierung: 24. Februar 2010
Quellen: Info Diabetologie; Vol.4, Nr. 1: 48-49; Nach Informationen von Mechanick JL et al. Surg Obes Relat Dis 2008;4(5): S109–84, Aills L et al. Surg Obes Relat Dis 2008, 4(5):73–108, Hauner H et al. Diabetologie 2009;4(Supp 2): S144–9 und Raab H, Weiner RA: Ernährung, Mangelerscheinungen und Supplemente. In: Weiner RA (Hrsg.): Adipositaschirurgie. 1. Aufl. Elsevier, München 2009, 291–318.

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