Diabetesforschung

Frühe Regelblutung steigert Risiko für spätere Diabetes

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Je früher bei einem Mädchen die Periode beginnt, desto höher liegt sein Risiko, später an Diabetes zu erkranken.
(c) Soul

Je früher Mädchen ihre erste Periodenblutung bekommen, desto höher liegt ihr Risiko, im Lauf des weiteren Lebens an Diabetes zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Münchner Helmholtz Zentrums. Dabei zeigte sich der Zusammenhang überraschenderweise unabhängig vom späteren Gewicht der Mädchen.

Diabetes - im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt - ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Im Zuge der Erkrankung verliert der Organismus die Fähigkeit, Glukose, also Zucker, als Nährstoff für die Zellen zu verwerten, bedingt entweder durch eine versiegende Produktion oder nachlassende Wirkung des Hormons Insulin. Neben den unmittelbaren Auswirkungen liegen die Gefahren dieser Erkrankung vor allem in den Spätfolgen - Organschäden an Nieren, Augen, Gefäßen und Herz.

Über sechs Millionen Diabetiker in Deutschland

Diese Komplikationen führen dazu, dass die Sterblichkeit Diabeteskranker im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung deutlich erhöht ist. Mit über sechs Millionen Diabeteskranken allein in Deutschland und einer Dunkelziffer, die Experten auf noch einmal genauso hoch schätzen, gehört die Zuckerkrankheit zu den großen Volkskrankheiten moderner Zivilisationen. Zusammenhänge mit veränderten Ernährungsgewohnheiten und einer steigenden Zahl übergewichtiger Menschen werden seit Jahren diskutiert. Daneben spielen auch genetische Faktoren eine wichtige Rolle.

Forscher des Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt haben jetzt herausgefunden, dass eine frühe Regelblutung bei Mädchen mit einem höheren Diabetesrisiko im späteren Leben verbunden ist. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler nach Untersuchungen an etwas mehr als 1 500 Frauen im Alter von 32 bis 81 Jahren im Rahmen der sogenannten KORA-F4-Studie. Anders als erwartet war der Zusammenhang unabhängig vom oder Gewicht der Frauen als Erwachsene.

Frühzeitige Diagnose wichtig

Angesichts der steigenden Krankheitsfallzahlen und der immer noch fehlenden Heilungsmöglichkeiten kommt bei der Behandlung des Diabetes der frühzeitigen Erkennung eine entscheidende Rolle zu. Hierzu, so Doris Stöckl, Wissenschaftlerin am Helmholtz Zentrum, habe die Studie einen Beitrag geleistet, indem sie helfe, gefährdete Personen frühzeitig zu identifizieren.

Weiter zu klären bleibt, inwiefern die entdeckten Zusammenhänge auf genetische oder sozialökonomische Faktoren zurückzuführen sind.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2012
Quellen: Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt vom 22.12.2011: Frühe Periodenblutung kann höheres Diabetesrisiko bedeuten; Stöckl, D. et al. (2010). Age at menarche is associated with prediabetes and diabetes in women (aged 32–81 years) from the general population: the KORA F4 Study, Diabetologia, DOI: 10.1007/s00125-011-2410-3 Link zur Fachpublikation: http://www.springerlink.com/content/b527xmhm84128151/

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