Diabetiker unter 15 Jahren

Diabetes bei Kindern nimmt massiv zu

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Die Zahl der an Diabetes erkrankten Kinder nimmt zu.
(c) Frank May (dpa)

Ärzte schlagen Alarm: In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Diabetes bei Kindern und Jugendlichen verdoppelt. Bis 2020 werden 30 000 betroffen sein.

Ärzte rechnen in den kommenden Jahren mit einem starken Anstieg der Diabetes-Fälle bei Kindern und Jugendlichen. Bis 2020 könnten demnach bundesweit voraussichtlich etwa 30 000 Menschen unter 15 Jahren Diabetes mellitus Typ 1 haben. Im Unterschied zum sogenannten Altersdiabetes (Typ 2) verlaufe die Erkrankung beim Typ 1 meist sehr schnell, sagte Holger Blessing von der Universität Erlangen auf einer Fachtagung über Therapien und Behandlungsmethoden. Innerhalb weniger Wochen ist der Körper bei Typ 1 Diabetes nicht mehr in der Lage, Insulin selbst herzustellen.

Gene und falsche Ernährung führen zu Diabetes

Mögliche Ursachen von Diabetes Typ 1 sind neben genetischen Faktoren, falscher Ernährung und Umwelteinflüssen auch ein zu frühes Abstillen oder eine Kaiserschnitt-Entbindung. "Das sind jedoch alles nur Thesen", betonte Blessing. Die Betroffenen müssen lebenslang mit Insulin behandelt werden, weil ihr Körper den Stoff zur Zuckerverwertung nicht mehr selbst produzieren kann.

Diabetes Typ 1 steigt weltweit an

Weltweit beobachten Experten derzeit eine Zunahme der Typ-1-Neuerkrankungen um 2 bis 3 Prozent pro Jahr, sagte Andreas Neu von der Universitätsklinik Tübingen. In Europa seien es 3,4 Prozent. In Deutschland lebten mittlerweile etwa 25 000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren damit. Die Diagnose werde häufig im Schulalter gestellt, allerdings habe es in den vergangenen Jahren einen Trend zu Neuerkrankungen in immer jüngerem Alter gegeben.

Ursache für Typ 2 Diabetes ist auch bei jungen Menschen dagegen oft Bewegungsmangel und Fettleibigkeit. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen ist Schätzungen zufolge mit 5000 noch nicht so hoch wie bei Typ 1. Sie steigt aber sehr rasch.

Zehn Tipps, um Diabetes vorzubeugen
1 von 10
  • Gewichtskontrolle_getty_76755839.jpg
    Gewicht im Auge behalten

    Vermeiden Sie Übergewicht, denn mit zunehmendem Körpergewicht steigt auch das Risiko für Typ-2-Diabetes.

    Getty Images/Creatas RF

  • Taillenumfang_getty_100942924.jpg
    Taille schlank halten

    Bauchfett macht nicht nur anfällig für Diabetes, sondern auch für Herz-Kreislauferkrankungen. Der Taillenumfang sollte bei Frauen unter 90, bei Männern unter 100 Zentimetern liegen.

    Getty Images/Hemera

  • Blutdruck-messen_getty_78159202.jpg
    Blutdruck checken

    Auch ein erhöhter Blutdruck gehört zu den Faktoren, die das Entstehen der Zuckerkrankheit begünstigen. Achten Sie auf Blutdruckwerte im Normbereich und lassen Sie einen erhöhten Blutdruck behandeln.

    Getty Images/BananaStock RF

  • Rauchstopp_rauchen_getty_93363058.jpg
    Nichtraucher werden oder bleiben

    Rauchen hat jede Menge negativer Auswirkungen auf die Gesundheit. Dazu gehört ein erhöhtes Risiko für Diabetes. Wenn Sie Raucher sind: Brechen Sie mit dieser ungesunden Gewohnheit - wenn nötig, mit ärztlicher Hilfe.

    Copyright:B-D-S

  • Kaffee_getty_124954827.jpg
    Kaffee statt Alkoholrausch

    Kaffee senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes. Legen Sie also ab und an eine Kaffeepause ein. Zwar wirkt ein gelegentliches Gläschen Alkoholisches ebenfalls positiv. Reichlicher Alkoholgenuss dagegen erhöht das Diabetes-Risiko.

    Copyright:B-D-S

  • Zitronenwasser_153570404.jpg
    Auf zuckerfreie Getränke setzen

    Meiden Sie stark gesüßte Getränke wie Limonaden. Löschen Sie den Durst besser mit Mineralwasser und ungesüßten Tees. Auch Saftschorlen oder Zitronenwasser sind gesunde und erfrischende Alternativen.

    Copyright:B-D-S

  • Obst_getty_105801418.jpg
    Obst statt Süßigkeiten

    Wer über Jahre hinweg viel Süßes isst, erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Tauschen Sie Schokoriegel gegen Obst - damit stillen Sie nicht nur den Heißhunger auf Süßes, sondern führen Ihrem Körper auch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe zu.

    Copyright:B-D-S

  • Reis_getty_140403443.jpg
    Magnesiumreiche Lebensmittel einplanen

    Eine ausgewogene, fettarme Ernährung schützt nicht nur vor Diabetes, sondern hält allgemein gesund. Planen Sie öfter magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornreis ein. Das reduziert nach neueren Erkenntnissen das Diabetes-Risiko.

    Copyright:B-D-S

  • Fahrrad_Büro_getty_80609620.jpg
    Fahrrad statt Auto

    Bewegung spielt eine wichtige Rolle bei der Diabetesprävention. Integrieren Sie Sport in den Alltag: Fahren Sie zum Beispiel mit dem Rad zur Arbeit oder zum Bahnhof, nehmen Sie die Treppe statt dem Lift.

    Copyright:B-D-S

  • Sportgruppe_getty_78287823.jpg
    Gemeinsam gegen den inneren Schweinehund

    Ausdauersport hält fit und senkt den Blutzuckerspiegel. Allerdings fällt es oft schwer, sich aufzuraffen. Verabreden Sie sich mit Freunden zum Sport - gemeinsam lässt sich der innere Schweinehund leichter in den Griff bekommen.

    Copyright:B-D-S

Diabetes bei Kindern

Mittlerweile weiß man, dass Diabetes keineswegs eine "Alterskrankheit" ist, sondern in jedem Alter auftreten kann.

Autor: dpa/ Lifeline
Letzte Aktualisierung: 26. November 2012

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