Impfung

Experten fordern Impfkonzepte für ältere Kinder und Jugendliche

Werden Kinder und Jugendliche in Deutschland älter, werden auch die Impflücken größer. Bei der 1. Nationalen Impfkonferenz wurden daher Impfkonzepte für Jugendliche gefordert.

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Mit steigendem Alter der Kinder vergrößert sich die Impflücke.
Getty Images/Hemera

Durchimpfungsraten bei Jugendlichen werden bundesweit überhaupt nicht systematisch erfasst, hat bei der Konferenz in Mainz der Pädiater Dr. Martin Terhardt kritisiert. Dabei gibt es große Defizite. So haben 42 Prozent der 14- bis 17-Jährigen keinen vollständigen Impfschutz gegen Hepatitis B, hatte die Studie KIGGS* in den Jahren 2003 bis 2006 ergeben. Und obwohl Jugendliche mit Migrationshintergrund stärker infektionsgefährdet sind, ließ sich bei ihnen noch seltener eine dreimalige HBV-Impfung dokumentieren.

Ansätze für Impfkampagnen bei Jugendlichen gibt es in Deutschland nur punktuell, bemängelte der niedergelassene Kinder- und Jugendarzt aus Ratingen. Dass es auch anders geht, zeigen Nachbarländer. So kontrolliert etwa in Belgien der öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) regelmäßig die Impfpässe und bietet dabei auch Impfungen an. Bei einem ähnlichen Vorgehen in Finnland und Ungarn konnten durch Unterstützung von Schulärzten und -schwestern die Impfraten auf 95 und 99 Prozent angehoben werden.

Terhardt forderte einen nationalen Impfplan für Jugendliche. Um die Aufklärung zu verbessern, sollten Lehrer regelmäßig zu Impfungen fortgebildet werden. Auch sollte die Betreuung an den Schulen mit Gesundheitsdiensten intensiviert werden. Impfpasskontrollen und die Pflicht zur Bescheinigung des Impfstatus bei Einschulung oder Schulwechsel könnten dem Impfschutz die Unverbindlichkeit nehmen. "Der lokale ÖGD kann nicht komplett durch die niedergelassenen Ärzte ersetzt werden und muss wieder mehr impfen können", sagte der Pädiater. Er setzt sich aber auch für zusätzliche Vorsorge-Untersuchungen wie die U10, U11 und die J2 ein.

*Nationaler Kinder- und Jugendgesundheitssurvey

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2009
Quellen: © http://www.aerztezeitung.de

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