Reiseimpfungen

Impfung gegen Hepatitis A und B

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Hepatitis A-Impfung: Empfehlung gilt bei Reisen in Risikogebiete.
Getty Images/iStockphoto

Bei Reisen in Länder mit einer hohen Verbreitung von Hepatitis-A-Viren besteht bei nahezu allen Menschen ohne ausreichende Immunität durch eine Impfung Infektionsgefahr. Die Hepatitis B ist ebenfalls weltweit verbreitet, an ihr erkranken jedoch vorwiegend Mitglieder bestimmter Risikogruppen.

Hepatitis A (infektiöse Leberentzündung-Typ-A)

Hepatitis A kommt endemisch in den meisten Teilen der Erde außerhalb von West- und Mitteleuropa, Nordamerika, Japan, Australien und Neuseeland vor. In Endemiegebieten ist mit einer Durchseuchung von 70 bis 90 Prozent der Bevölkerung ab dem fünften Lebensjahr zu rechnen. In diesen Gebieten beträgt das Risiko ohne Prophylaxe für Rucksackreisende zwei Prozent und für Hotelreisende 0,07 bis 0,3 Prozent pro Monat Aufenthalt. Bei Personen, die älter als 50 Jahre sind oder chronische Lebererkrankungen haben, beträgt die Rate tödlicher Verläufe der Hepatitis A 1,8 Prozent.

Indikation: Weniger als 10 Prozent der nach 1950 geborenen Nordeuropäer haben eine Immunität gegenüber Hepatitis A durch Bildung von Antikörpern nach einer Infektion. Bei einer Auslandsreise ist deshalb eine Hepatitis-A-Impfung zu empfehlen, ohne dass der Immunstatus vorher überprüft wird.

Impfstoffe: Die Hepatitis-A-Impfung der zweiten Generation erfordert nur zwei Impfdosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Für Kinder und Jugendliche stehen spezielle Impfstoffe zur Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass der Impfschutz mindestens 20 Jahre anhält. Neben einem Hepatitis-A/B-Kombinationsimpfstoff stehen seit 2003 auch Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und Typhus zur Verfügung.

Für folgende Personen wird eine Hepatitis-A-Impfung empfohlen:

  • Alle Reisende unabhängig von der Dauer der Reise außerhalb von Europa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan
  • Alle Reisende nach Albanien, Rumänien, Bulgarien und ins ehemalige Jugoslawien
  • Reisende, die sich längere Zeit in den Baltischen Ländern, Polen, Ungarn, Tschechien oder der Slowakei aufhalten

Hepatitis B (infektiöse Leberentzündung-Typ-B)

Auch die Hepatitis B  ist weltweit verbreitet. Sie kommt jedoch wesentlich seltener vor als die Hepatitis A und auch gegen sie gibt es eine Impfung. Die Hepatitis-B-Viren werden über alle Körperflüssigkeiten, vor allem jedoch über Blut und Sperma, übertragen. Da sie nicht über Nahrungsmittel aufgenommen werden, ist die Hepatitis B keine typische Reisekrankheit.

Besondere Risikogruppen sind Empfänger von ungetesteten Blutkonserven und anderen Plasmaprodukten, medizinisches Personal, Homosexuelle, Drogenabhängige, Prostituierte und ihre Kunden. Besonders gefährdet sind zudem Personen mit familiärer, umwelt- oder krankheitsbedingter Exposition gegenüber Hepatitis-B-Viren und Langzeitreisende. Das Infektionsrisiko für Kurzzeit-Touristen ist dagegen eher gering. Dies gilt jedoch nicht notwendigerweise auch für Geschäftsleute, die nur kurz, dafür aber häufig verreisen.

Impfstoffe: Die in Deutschland erhältlichen Impfstoffe enthalten gentechnologisch hergestelltes HBs-Antigen. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen und einer weiteren Dosis nach sechs Monaten. Eine schnellere Immunisierung kann mit drei Impfungen an den Tagen null, sieben und 21 erreicht werden. Bei diesem Schema wird eine vierte Impfung ein Jahr nach der ersten Impfung empfohlen.

Bei der Hepatitis-A-und-B-Impfung erfolgt die Grundimmunisierung nach denselben Schemata wie beim Einzelimpfstoff gegen Hepatitis B. Zu beachten ist, dass vor der Abreise mindestens zwei Impfungen verabreicht werden müssen, damit ein sicherer Hepatitis-A-Impfschutz gewährleistet ist.

Nach einer kompletten Immunisierung kann eine über 15 Jahre anhaltende Immunität erwartet werden. Eine Immunität gilt als sicher, wenn vier bis sechs Wochen nach einer kompletten Immunisierung ein Anti-HBs-Titer > 100 mIU/ml nachweisbar ist.

Autor: PD Dr. Tomas Jelinek / Von der Lifeline-Redaktion für Patienten überarbeitet
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2010
Quellen: MMW, Fortschritte der Medizin Nr. 47/19. November 2009: 32

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