Hohes Demenzrisiko

Schon Blutdruck 140/90 schadet dem Gehirn

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Leichter Bluthochdruck schädigt das Gehirn.
Thinkstock

Leicht erhöhter Blutdruck im Alter zwischen 30 und 40 lässt das Gehirn im Zeitraffer altern und zwar um gut sieben Jahre. Das zeigt eine US-Studie.

Bluthochdruck schadet auf Dauer nicht nur Herz, Augen und Nieren, sondern auch dem Gehirn. Das konnten bereits frühere Studien zeigen. Neu ist allerdings, dass bereits eine leichte Blutdruckerhöhung im mittleren Lebensalter das Gehirn verändert und damit das Demenzrisiko erhöht. Das haben Forscher vom Alzheimer's Disease Center der University of California herausgefunden, die jetzt aktuelle Daten der Framingham Heart Study ausgewertet haben.

Bei Bluthochdruck schrumpft das Gehirn

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler MRT-Aufnahmen des Gehirns und die Blutdruckwerte von rund 550 Personen. Dabei stellten sie einen auffallenden Zusammenhang zwischen der Höhe des systolischen Blutdrucks und Gehirnschäden fest. Dabei handelte es sich um Volumenreduzierung und Strukturschäden um die Nervenbahnen – den typischen Anzeichen für Alterung und erhöhtes Demenzrisiko. Das Überraschende: Diese Veränderungen entdeckten die Experten bereits bei Menschen im mittleren Lebensalter, die Blutdruckwerte von 140/90 mmHg aufwiesen.

Gehirn altert um sieben Jahre schneller

Das Gehirn von Menschen, die mit 30 oder 40 leicht erhöhten Blutdruck haben, ist demnach 7,2 Jahre älter als das von Gleichaltrigen, die niedrigen Blutdruck haben, folgern die Experten aus den Ergebnissen. Die Studie hat demnach zwei überraschende Ergebnisse: Bereits Werte von 140/90 mmHg gefährden das Gehirn. Bislang ging man davon aus, dass es sich dabei um Grenzwerte handelt, die nicht zwingend eine Behandlung fordern, wenn nicht weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht vorliegen. Außerdem überraschte die Experten, dass die Gehirnveränderungen schon im mittleren Lebensalter auftreten.

Vorerst keine Demenzsymptome

Studienautor Charles DeCarli, Neurologe und Direktor des UC Davis Alzheimer's Disease Centers erklärt in der online-Vorabveröffentlichung des Fachjournals „The Lancet Neurology“: „Die Message ist ziemlich klar – jeder kann beeinflussen, wie gesund sein Gehirn im Alter sein wird – wenn er bereits in jungen Jahren seinen Blutdruck kennt und kontrolliert, zugegebenermaßen in einem Alter, in dem man an solche Dinge noch nicht denkt.“ Die Anzeichen von Demenz – Konzentrations- und Erinnungsschwäche -  traten zwar bei allen der Studienteilnehmer noch nicht auf. Doch das Fehlen der Symptome bedeutet nicht viel. Sie zeigen sich erst Jahre später.

Über Blutdruckwerte Bescheid wissen

Als normal gelten Blutdruckwerte von 120/80 mmHg. Von erhöhten Blutdruck spricht man bei Werten ab 140/90 mmHg. Die Blutdruckeinheit ist Millimeter Quecksilbersäule, abgekürzt mmHg. Hg ist das chemische Zeichen für Quecksilber (Hg).

Autor: Monika Preuk
Letzte Aktualisierung: 16. Mai 2013
Quellen: „The Lancet Neurology“

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