UV-Strahlen
Heller Hautkrebs durch Arbeit in der Sonne
Zu berufsbedingten Hauterkrankungen gehört neben dem Kontaktekzem auch weißer Hautkrebs. Denn wer viel in der Sonne arbeitet, ist besonders gefährdet.
Berufsbedingte Hautkrankheiten gehören zu den häufigsten Berufskrankheiten überhaupt - Tendenz steigend. Allein im letzten Jahr ist die Zahl der Meldungen berufsbedingter Hauterkrankungen laut Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) um 20 Prozent auf jetzt 23.596 Fälle gestiegen. Dabei handelt es sich überwiegend um Ekzeme an den Händen. Ursache kann eine allergische Hautreaktion auf bestimmte Stoffe sein, zum Beispiel Epoxidharze, Zement, Gummiinhaltsstoffe, Inhaltsstoffe von Kühlschmiermittel, die unter anderem in der Metallbearbeitung genutzt werden, Nickel und Haarfärbemittel. Entsprechend finden sich unter den davon am meisten betroffenen Berufsgruppen Maurer, Metallarbeiter und Frisöre. Häufiger noch als die ist allerdings das Auslaugen der Haut durch häufigen Kontakt mit hautschädlichen Substanzen.
Wenig Bewusstsein für UV-Belastung bei Arbeit im Freien
Auf eine weitere mögliche berufsbedingte Belastung der Haut weist der BVDD hin: Die UV-Strahlung, der die rund 15 Prozent der Bevölkerung ausgesetzt sind, die regelmäßig im Freien arbeiten. Betroffene Berufsgruppen seien beispielsweise Dachdecker, Landwirte, Skilehrer oder Müllwerker. Meist sei weder ihnen noch ihren Arbeitgebern die Gefahr bewusst, die für die Haut von intensiver und dauerhafter UV-Strahlung ausgehe. Etwa ein Drittel aller Fälle von hellem Hautkrebs könnte berufsbedingt sein, schätzt BVDD-Präsident Michael Reusch. Auch Hautärzte denken Reusch zufolge bislang noch selten an den Job als Ursache für die häufigste Krebsart in Deutschland. Derzeit gebe es etwa 15 000 neuen Fällen von hellem Hautkrebs pro Jahr, mindestens 5000 davon seien berufsbedingt.
Zwar sind in der Berufskrankheitenliste Krebserkrankungen der Haut aufgeführt. Unter der BK-Nr. 1108 sind dies Erkrankungen durch Arsen und seine Verbindungen, denen beispielsweise Arbeiter in der chemischen Industrie, in der Glasindustrie oder Gerbereien besonders in früheren Jahren ausgesetzt waren. Dies kann unter anderem Basaliome der Rumpfhaut oder Spinaliomen hervorrufen, beides Formen des hellen Hautkrebses. Diese können auch in Folge ionisierender Strahlen (BK-Nr. 2402), beispielsweise Röntgenstrahlen auftreten. Unter der BK-Nr. 5102 sind darüber hinaus noch Hautkrebs oder zur Krebsbildung neigende Hautveränderungen gelistet, die der Kontakt mit Ruß, Teer, Anthracen, Pech, Erdwachsen, Asphalten, Masut, Mineral-, Schmier-, Zylinder- und Bohrölen auslösen kann, dem beispielsweise Schornsteinfeger und Teerarbeiter ausgesetzt sind.
Weißer Hautkrebs in Einzelfällen als Berufskrankheit anerkannt
UV-bedingte Hauttumoren sind jedoch bislang nicht als Berufskrankheit nach der BK-Liste anerkannt, obwohl die anhaltende Einwirkung von UV-Licht als ein Risikofaktor für Basaliome, Spinaliome und auch als erwiesen gilt, insbesondere bei häufigem Sonnenbrand. Allerdings prüft das Bundesarbeitsministerium Angaben des BVDD zufolge derzeit, unter welchen Voraussetzungen heller Hautkrebs durch UV-Einstrahlung als Berufskrankheit gelten kann. Immerhin wurden in Einzelfällen bereits UV-bedingte Hauttumoren als Berufskrankheit nach Paragraf 9 Absatz 2 Sozialgesetzbuch 7 anerkannt.
Der BVDD rät jedem, der berufsbedingt häufig intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, zu vorbeugenden Schutzmaßnahmen. Dazu zählen UV-undurchlässige Kleidung und einen Hut zu tragen sowie Lichtschutzcremes zu benutzen. Dadurch wären viele Erkrankungen an Formen des weißen Hautkrebses vermeidbar.
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