Raucher bekommen schneller Bronchitis
Jedes Jahr im Herbst beginnt die Zeit der Erkältungserkrankungen. Besonders betroffen sind Raucher. Der Grund: Der Zigarettenkonsum kann das Immunsystem nachhaltig schwächen. Er schädigt die Schleimhäute und erleichtert damit Viren und Bakterien das Spiel. Doch den Rauchern droht nicht nur die akute Infektion, sondern auch die chronische Bronchitis.
Raucher haben ein schwächeres Immunsystem und leiden daher häufiger an Atemwegsinfekten wie Bronchitis. Grund: Mit jedem Einatmen des Zigarettenrauchs gelangen unzählige so genannte freie Radikale über die Atemwege in den Körper. Diese aggressiven "Molekülbruchstücke" zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen ein Elektron fehlt. Daher sind sie sehr reaktiv und ständig auf der Suche, ihrer Umgebung ein Elektron zu entreißen. Auf diese Weise können sie verheerende Schäden anrichten und eine Kettenreaktion auslösen: Sie verbinden sich mit einem Teil eines anderen Moleküls, wodurch dessen übriger Teil als neues Radikal freigesetzt wird und sich ebenfalls auf die zerstörerische Suche begibt.
Kommen die körpereigenen "Radikalfänger" nicht mehr gegen diese Kettenreaktion an, dann führen die freien Radikale zur Zellschädigung, zu Veränderungen der Zellmembranen sowie zur Anhäufung von giftigen Substanzen in den Zellen und außerhalb der Zellen. Die Folge sind schwere Zellschädigungen, die zunächst insbesondere die Atemwege betreffen. Da die Atemwege wiederum durch die Atmung in ständigem Kontakt mit der Umgebungen stehen und eine wichtige Abwehrfunktion gegenüber Krankheiten wie etwa der Bronchitis übernehmen, haben Bakterien und Viren bei Rauchern oft ein leichtes Spiel. Das macht sich natürlich in Zeiten besonders bemerkbar, in denen auch andere Menschen gehäuft erkranken, weil sie anfälliger werden und viele Erreger zirkulieren: in Herbst und Winter.
Viele Raucher haben eine chronische Bronchitis
Unabhängig von diesen saisonal gehäuften Erkrankungen der Atemwege haben viele Raucher über lange Zeiträume eine chronische Bronchitis. Die Erkrankung ist weit verbreitet: In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Lungenstiftung etwa sechs Millionen Erwachsene an chronischer Bronchitis – 90 Prozent der Betroffenen sind Raucher oder Ex-Raucher. Immerhin jeder zweite Raucher im Alter über 40 Jahren hat diese Lungenerkrankung. Ihre Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, Männer sind dreimal öfter betroffen als Frauen.
Durch die chronische Bronchitis sind die Raucher von der kalten Jahreszeit doppelt betroffen: Zum einen tragen häufige Infekte der Atemweg sowie das feuchte Klima im Herbst und Winter zum Entstehen der chronischen Bronchitis bei. Und zum anderen sind Patienten mit chronischer Bronchitis durch Infektionen zusätzlich gefährdet, weil sich ihr Zustand verschlechtern kann. Denn die Erkrankung ist der Beginn einer schleichenden Verschlechterung der Lungenfunktion, die in einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, kurz auch COPD (chronic obstructive pulmonal disease) genannt, enden kann. Von der COPD vermutet die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass sie im Jahre 2020 weltweit die dritthäufigste Todesursache sein wird: Die eingeschränkte Lungenfunktion kann zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff führen, die schwerwiegende Folgen, unter anderem am Herzen, haben kann.
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