Zahngesundheit bei Kindern

Gesunde Milchzähne sind wichtig

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Milchzähne putzen kann auch Spaß machen.

Schon die ersten Milchzähne benötigen regelmäßige Pflege, die sie jedoch vielfach nicht ausreichend erhalten. Dabei ist die richtige Pflege der Zähnchen Voraussetzung für gesunde, gerade Zähne bei Kindern.

Gesunde Milchzähne bilden Grundlage für gerade, bleibende Zähne

Stellen sich bei Babys erste Zähnchen ein, steigt die Lautstärke in Kinderzimmern an, da der Durchbruch häufig von Schmerzen begleitet wird. Ab diesem Zeitpunkt benötigen Milchzähne regelmäßige Pflege, die sie jedoch vielfach nicht ausreichend erhalten. Oft hält sich das Vorurteil, dass sie nicht dieselbe Sorgfalt brauchten wie bleibende Zähne, weil sie nicht dauerhaft im Kiefer blieben. Darüber hinaus scheint der enge Zusammenhang zwischen Milchzähnen und Gesundheit der zweiten Zähne nicht bewusst, denn Milchzähne fungieren als deren Platzhalter. Zwischen dem sechsten und neunten Lebensjahr beginnt bei Kindern der natürliche Zahnwechsel. Entstehen vorher Lücken durch vorzeitigen Zahnverlust, verschieben sich die Milchzähne nach vorn, sodass bleibende Zähne später nicht genug Platz haben. "Gesunde Milchzähne bilden eine ideale Voraussetzung für gerade, bleibende Zähne. Sind sie bis zum Zahnwechsel intakt, schließt sich seltener eine kieferorthopädische Behandlung an", erklärt Dr. Achim Nesselrath, Kieferorthopäde aus Ratingen und Bundesvorstand des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden (BDK).

Zahnlücken vom Experten begutachten lassen

Eltern messen dem Verlust eines Milchzahns häufig keine größere Bedeutung bei – ein Fehler, denn vorzeitiger Verlust der Milchzähne durch unzureichende Pflege oder Unfall gehört in ärztliche Behandlung. Nur dies stellt sicher, dass die zweiten Zähne als Folge nicht schief nachwachsen. Fehlt Milchzähnen durch vorzeitigen Zahnverlust ihre seitliche Abstützung, wandern sie nach vorn. Hierdurch können sämtliche Zähne im Kiefer ihre Position verändern, Kauflächen liegen nicht mehr exakt aufeinander und erfahren so falsche Belastungen, wodurch sich einzelne Zähne überdurchschnittlich stark abnutzen. Deshalb sollte ein Kieferorthopäde kleine Patienten mit verfrühtem Milchzahnverlust regelmäßig in Augenschein nehmen. Nur er kann Zustand und Entwicklung eines Gebisses beurteilen und den richtigen Zeitpunkt für den Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung bestimmen. So lassen sich Fehlstellungen frühzeitig vermeiden.

Schief stehende Zähne erschweren deutliche Aussprache

Junge Patienten brauchen heute keine Zahnspangen mehr zu fürchten, da auffällige, im Alltag behindernde Klammern meist der Vergangenheit angehören. Spangen und feste Klammern bestehen größtenteils aus dezenten Materialien und dank moderner Techniken wie beispielsweise Speedbrackets lassen sich Tragezeiten um circa 20 Prozent verkürzen. Außer mit ästhetischen Problemen kämpfen Kinder mit lückenhaften Zahnreihen jedoch häufig mit funktionellen Einschränkungen. "Durch fehlende oder schief stehende Zähne haben Kinder vermehrt Probleme mit einer klaren Aussprache und lispeln zum Beispiel", so Dr. Nesselrath, "Außerdem treten bei ihnen häufiger Schwierigkeiten beim Kauen auf. Bei stark schief stehenden Zähnen beißen sie sich darüber hinaus vermehrt auf Lippe oder Wange." Um dem vorzubeugen, sollten Eltern bei vorzeitigem Verlust eines Milchzahnes nicht nur Tränen trocknen, sondern die Lücke vom Kieferorthopäden begutachten lassen. So verschaffen sie ihren Kindern beste Voraussetzungen für gesunde, von Natur aus gerade Zähne.

Tipps zur richtigen Pflege der Milchzähne:

  • Nach Durchbruch des ersten Zähnchens mit weichen, leicht angefeuchteten Mull-Läppchen sanft darüber streichen. Einmal täglich ist zunächst ausreichend.
  • Bei mehreren Zähnen eine spezielle Babyzahnbürste mit kleinem Kopf und abgerundeten Borsten verwenden.
  • Spezielle Kinder-Zahnpasta gewährt ausreichenden Fluoridschutz der ersten Zähnchen. Vor Verwendung von Fluor-Tabletten Rücksprache mit dem Kinderarzt halten.
  • Ab Durchbruch des ersten bleibenden Zahns eine Erwachsenenzahnpasta verwenden.
  • Babys nicht mit der Zahnbürste im Mund herumspielen lassen, da Verletzungsgefahr droht.
  • Kinder sollten ihre Zähne nach der sogenannten KAI-Methode putzen: dabei mit den Kauflächen beginnen, danach zu den Außenflächen wechseln und zum Abschluss die Innenflächen reinigen.
  • Putzen Kinder ihre Milchzähne oder später die bleibenden Zähne selbst, sollte zunächst immer nachgeputzt werden. Auch bei Kindern im Grundschulalter sollten Eltern deren Zahnpflege noch regelmäßig kontrollieren.

Autor: Springer Medizin
Veröffentlicht am: 27. Februar 2009
Letzte Aktualisierung: 23. November 2011
Quellen: Anne-Kathrin Ammermann

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