Hier drohen Kindern Unfälle
Kleinkinder entwickeln fast täglich neue Fähigkeiten und erkunden beherzt ihre Umgebung. Mit zunehmendem Alter nehmen Aktionsradius und Beweglichkeit – und damit auch das Risiko für Unfälle – zu. Allein in Deutschland kommen jedes Jahr rund 1,8 Millionen Kinder bei Unfällen zu Schaden.
Fehlender Überblick
Kinder sind oft nicht in der Lage, die Tragweite ihres Handelns zu überschauen. Bedingt durch ihre geringere Körpergröße sehen sie viele der drohenden Gefahren einfach nicht, sodass es zu Unfällen kommt. Zudem agieren Kinder risikofreudiger, ahnungsloser und unbekümmerter als Erwachsene und benötigen deshalb verantwortungsbewusste und umsichtige Aufsichtspersonen. Doch heißt Unfallverhütung nicht, Kinder ängstlich in Watte zu packen und von sämtlichen Gefahren fern zu halten. Vielmehr sollte man den Nachwuchs früh in die Abläufe des täglichen Lebens einbeziehen, damit die Koordinationsfähigkeit trainiert wird.
Hände weg von Lauflernhilfen
Lauflernhilfe oder Laufwagen nennt man Plastikgestelle auf Rollen mit integriertem Sitz. Gedacht sind sie für Babys im Alter von acht bis zehn Monaten. Im Sitz sind sie beschäftigt, aber auch mobil. Gleichzeitig knüpft sich an die Bezeichnung "Lauflernhilfe" die Hoffnung, dass das Kind damit schneller und besser laufen lernt. Doch durch den Gebrauch solcher Laufgestelle üben die Kleinen Bewegungsabläufe falsch ein, sie lernen dadurch schlechter laufen. Außerdem sind Kleinkinder mit Hilfe dieser Geräte viel beweglicher als es ihren Fähigkeiten entspricht – mit Folgen: schwere Unfälle wie Treppensturz, Verbrühungen und Vergiftungen drohen. Deshalb besser auf solche Gehhilfen für Kinder verzichten.
Gegen Unfälle Fenster sichern
Nach Verkehrsunfällen sind Stürze die häufigste Ursache für tödliche Unfälle von Kindern. Stürze aus dem Fenster kommen besonders häufig bei Ein- bis Dreijährigen vor. Bedenken sollte man, dass kleine Kinder Stühle, Betten oder Regale in der Nähe von Fenstern als Leiter benutzen und so durchaus selbst ein hohes Fensterbrett erreichen können. Sicherungssperren, durch die sich Fenster bloß noch einen Spaltbreit öffnen lassen, sind dann unbedingt zu empfehlen. Später lassen sie sich problemlos wieder abmontieren.
Bewegung von Kindern fördern
Bewegliche und geschickte Kinder sind seltener von Unfällen betroffen. Wesentliche Grundlage zur Ausbildung von Körperbeherrschung und Koordination ist körperliche Aktivität – also besser zu Fuß gehen, statt Auto zu fahren und das Kind häufig aus dem Kinderwagen nehmen und selbst laufen lassen. Anreize zum Bewegen schafft auch eine Matratze zum Turnen und Toben im Kinderzimmer oder ein Hüpfball. Wichtig: Seien Sie Vorbild! Gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Fahrradfahren oder Schwimmen vermitteln Kindern den Wert aktiver Bewegung. Eine Mitgliedschaft in Sport- oder Turnvereinen bindet sie an feste Trainingszeiten und motiviert durch Gemeinschaft und Wettbewerb zusätzlich. Gleichzeitig ist eine fachgerechte Betreuung gewährleistet und soziales Verhalten wird eingeübt.
Tipps für einen sicheren Fasnachtsspaß ohne Unfälle
- Das Kostüm sollte keine herunterhängenden Kordeln, Ketten oder Schnüre haben: Kinder bleiben leicht daran hängen, es kommt zu Unfällen und es besteht zudem Strangulationsgefahr.
- Ideal sind einteilige Anzüge, die draußen auch noch warm halten.
- Spitze Gegenstände sind tabu (zum Beispiel am Krönchen einer kleinen Prinzessin). Ein Sheriffstern aus Plastik oder zum Annähen empfiehlt sich eher als einer aus Metall zum Anstecken
- Müssen es unbedingt Spielzeugpistole oder Indianerwaffe sein, bestehen Sie auf stumpfen Gummi-Attrappen.
- Achten Sie beim Kostüm auf das Material: Kleidung aus Baumwolle ist weniger leicht entflammbar als ein Kostüm aus Kunstfasern.
- Bei Wagenumzügen Kinder zum Schutz vor Unfällen vom Straßenrand fernhalten. Kleinere nimmt man am besten an die Hand; die Größeren sollte man auf die Gefahren aufmerksam machen.
Rodel-Regeln
Schlitten, Rutschteller oder Plastikbobs sind für Jüngere nur schwer zu lenken. Hinzu kommt, dass solchen Gefährte sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen – Unfälle sind die Folge. Vor allem kleinere Kinder verlieren dann schnell die Kontrolle. Folge sind Stürze beim Versuch zu bremsen oder zu steuern sowie Zusammenstöße mit anderen Rodlern, Zäunen oder Bäumen. Um Unfälle beim Rodeln zu vermeiden, empfiehlt die Bundesarbeitsgemeinschaft
"Mehr Sicherheit fürKinder e.V." :
- Kleinere Kinder sollten nur in sicherem Gelände rodeln, das nicht zu steil abfällt und großzügigen Auslauf bietet. Weder im Rodelgelände noch im Auslauf sollten feste Hindernisse stehen.
- Niemals auf Straßen und Wegen rodeln, die andere Straßen kreuzen.
- Lassen Sie Kinder erst dann alleine rodeln, wenn diese sicher lenken und bremsen können.
- Ein Fahrrad- oder Skihelm schützt den Kopf bei Unfällen.
- Die Schneedecke sollte nicht gefroren sein. Denn auf vereistem Untergrund erhöht sich die Geschwindigkeit unkalkulierbar, das Unfallrisiko steigt.
- Niemals bäuchlings und mit dem Kopf voran rodeln. Ideal ist eine aufrechte Sitzposition mit leicht nach hinten geneigtem Oberkörper. So kann man besser lenken und bremsen.
- Kaufen Sie nur Rodel mit dem TÜV-Siegel oder dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.
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