Frau hält sich den Unterschenkel

Venen brauchen keinen Winterschlaf

In der kalten Jahreszeit besonders auf die Venen achten

Gerade im Winter geraten Venenprobleme bei vielen Menschen oftmals in Vergessenheit. Versteckt unter langen Hosenbeinen oder blickdichten Strumpfhosen, verschwinden die unschönen Adern an den Beinen dann aus dem Blickfeld und zugleich aus dem Bewusstsein der Menschen. "Dabei bieten sich gerade die Herbst- und Wintermonate an, um Venenleiden erfolgreich zu behandeln", weiß Dr. Erika Mendoza, Leiterin der VenenpraxisWunstorf bei Hannover und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für CHIVA e.V.

Neben dem Wunsch der Patienten, mit einem Eingriff in den Sommermonatennicht die schönsten Tage im Jahr zu verpassen, gibt es wichtige Gründe, die füreine Therapie in der kalten Jahreszeit sprechen.

Angenehme Heilungsphase

Egal ob CHIVA-Methode, Verödungen, Laserbehandlungen oder Stripping – nacheiner Behandlung der Venen gehört das Anlegen von Bandagen oder das Tragenvon Kompressionsstrümpfen zum Heilungsprozess dazu. Sechs bis acht Wochenkommen enge Wickel oder Strümpfe dann zur Anwendung, um die Venen zuentlasten. Besonders praktisch: Im Winter lassen sie sich unter der Kleidung ganzunauffällig tragen. "Dies erweist sich als klarer Vorteil gegenüber denSommermonaten, wenn viele Menschen lieber zu luftiger Kleidung greifen, dieoftmals die Beine offenlegt", berichtet Dr. Mendoza. Bei kühlen Temperaturenmüssen die Träger von Kompressionsstrümpfen zudem deutlich wenigerschwitzen als in der warmen Jahreszeit. Dadurch erhöhen sich der Tragekomfortund das Wohlbefinden des Patienten.

Winterstress für die Venen umgehen

Auch der Alltag in der Winterzeit kann bereits geschädigte Venen zusätzlichbelasten. Gerade, wenn sich der Winter von seiner kalten und ungemütlichenSeite zeigt, bleiben viele Menschen lieber daheim und bewegen sich meistdeutlich weniger. Durch die fehlende Aktivität kann der Bluttransport in den Beinenallerdings nicht reibungslos stattfinden. In der Folge staut sich das Blut in denVenen. „Stütz- und Kompressionsstrümpfe leisten dann gute Dienste“, erklärt Dr.Mendoza. Moderne Stützstrümpfe, die sich im Handel erwerben lassen,unterscheiden sich äußerlich kaum noch von normalen Strumpfhosen und lassensich hervorragend zu Röcken oder Winterkleidern tragen. Vorsicht gilt jedoch beider direkten Einwirkung von Wärme: Da sich in der Sauna oder beim Aufwärmenan der Heizung die Venenwände durch die höheren Temperaturen aufweichen,staut sich das Blut verstärkt in den Beinen. Kalte Güsse helfen, die Beinezwischendurch abzukühlen. Wärmende Kleidung, die oft auch in den normaltemperierten Räumen nicht ausgezogen wird, wirkt sich ebenfalls ungünstig beiVenenerkrankungen aus. Deshalb sollten Menschen mit Venenleidenbeispielsweise Winterstiefel nur im Freien tragen. Wer dies beherzigt, hilft denVenen, die Temperaturschwankungen in der Winterzeit gut zu überstehen.


Quelle: Dr. Erika Mendoza
Autor: Springer Medizin
Stand: Dec 3, 2009


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