
Moor
Moor- und Heilschlammbehandlungen von klassisch bis Fango
Moorbäder und Schlammpackungen sind bewährte natürliche Anwendungen im Bereich Kur, Wellness und Spa. Welche vielfältigen Möglichkeiten sich hinter den Begriffen Moor und Heilschlamm verstecken, wissen aber nur wenige.
Heilschlamm: Ein Mineralstoff- und Algenmix der besonderen Art
Heilschlamm findet sich weltweit an vielen Orten. Auch wenn sich die Heilschlammarten in ihrer Zusammensetzung voneinander unterscheiden, handelt es sich bei allen grundsätzlich um mineralischen Schlamm, der mit besonderen Algen durchmischt ist. Ganzkörperbäder werden zumeist mit verdünntem, in Wasser gelöstem Heilschlamm durchgeführt. Die Wirkung der Durchwärmung ist ähnlich wie beim Moorbad, der Heilschlamm beeinflusst aber je nach Zusammensetzung den Stoffwechsel der Haut auf individuelle Weise. Chronische Rheumabeschwerden, Schuppenflechte, Neurodermitis und chronische Schmerzzustände bei Frauenleiden sowie chronische Entzündungen des Verdauungsapparates sind typische Anwendungsfelder für Heilschlammbäder.
Viele Urlaubsziele bieten neben Heilschlammanwendungen auch Wellness-Programme und Beauty-Behandlungen an, die mit Heilschlamm durchgeführt werden, beispielsweise hautberuhigende Gesichtsmasken oder Körperpeeling. Fragen Sie Ihren Reiseanbieter nach Ihrem Wunschprogramm.
Das klassische Moorbad
Eine große Badewanne voller erhitztem Moor, das bedeutet Ruhe, Entspannung und Durchwärmung. Im torfigen Bad wird Wärme nicht nur besonders gut gespeichert, es gibt diese auch langsam und gleichmäßig an den Körper ab. Die Körpertemperatur steigt, der Blutdruck sinkt und der Stoffwechsel kommt in Gang. Für Patienten mit Muskelverspannungen, chronischen Leiden des Bewegungsapparates wie Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, Weichteilrheumatismus sowie bei Frauenleiden wird das Ganzkörpermoorbad ebenso eingesetzt wie bei psychischen Erschöpfungszuständen. Gegenanzeigen sind akute Entzündungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Krampfadern und offene Wunden. Auch bei akuten Rheumaschüben ist Wärme kontraindiziert.Ähnlich wirkt das Moorlaugenbad, das aber weniger den Kreislauf belastet und daher auch für einige Herz-Kreislauf-Patienten geeignet ist.
Packungen mit Moor und Heilschlamm
Moorpackungen werden heiß aufgebracht. Wegen der langsamen Wärmeabgabe sind an die 50 Grad Celsius möglich, ohne dass die Haut zu heiß wird und Schaden nehmen kann. Auch Heilschlammpackungen können heiß zur Anwendung kommen. Indikationen für heiße Packungen mit Moor oder Schlamm sind chronisches Weichteil- oder Gelenkrheuma, funktionelle Durchblutungsstörungen, Frauenleiden und schmerzhafte Muskelverspannungen. Auch bei chronischen Entzündungen von Niere, Leber oder Gallenblase wirkt sich eine lokale Wärmepackung günstig auf diese Organe aus.
Bei manchen Krankheitsbildern sind aber Kälteanwendungen sinnvoller, zum Beispiel bei akuten Venen- und Lymphgefäßentzündungen oder auch zur Fiebersenkung. Auch viele Rheumapatienten empfinden Kältereize als sehr angenehm. Für sie eignen sich Heilschlammpackungen, die auf Null bis maximal 15 Grad Celsius abgekühlt werden. Zahlreiche Reiseanbieter haben Moor- oder Schlammpackungen in ihren Wellness- und Spa-Angeboten. Was für wen geeignet ist, sollte vorab mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.
Moorkneten gegen rheumatische Leiden in Fingern und Gelenken
Rheuma und arthrotische Gelenkveränderungen in Hand- und Fingergelenken machen den Alltag oft zu einer großen Herausforderung. Ein Grund mehr, auch seinen Händen im Urlaub etwas Gutes zu tun. Moorkneten regt in den vielen kleinen Gelenken der Hände und Finger die Durchblutung an, lindert den Schmerz und macht wieder beweglicher.
Fango: Die heilende Wärme aus dem Vulkan
Schon die Legionäre aus dem antiken Rom wussten die heilende Wirkung des ?Fango? zu schätzen. Das Wort Fango bedeutet indes nicht mehr als ?Schlamm?. Mineralischer Steinstaub, oft vulkanischen Ursprungs, wird mit Thermalwasser versetzt, in einem Reifungsprozess mit organischen Bestandteilen angereichert, erhitzt und in einer Packung auf die Haut aufgetragen. Fango wird auch als rein mineralische Packung ohne Reifung verwendet.




