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Entschlacken nach Schroth

Gesundheitsprinzip: Trink- und Trockentage

Eine Schrothkur hat weniger mit "Schrot und Korn", sehr wohl aber viel mit bewusster Ernährung und Entschlackung zu tun. Insgesamt sind es vier Säulen, die bei dem anerkannten Naturheilverfahren eine Rolle spielen.

Johann Schroth als Begründer der Schrothkuren

Es war im Jahr 1817, als Johann Schroth sich bei einem Unfall mit einem Kutschpferd sein Knie verletzte. Mit kalten und warmen Umschlägen heilte sich Schroth selbst. Aus dieser Erfahrung heraus erwuchsen seine Gesundheitslehren. Mit abwechselnden Trink- und Trockentagen regte er seine Selbstheilungskräfte an und brachte seinen Körper dazu, sich mit Hilfe einer möglichst leichten Diät zu regenerieren. Auch heutzutage sind Schroths Lehren hochaktuell. Viele Menschen nutzen das Naturheilverfahren erfolgreich, um ihren Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Zivilisationskrankheiten wie Gicht, Cholesterin- und Blutzuckerprobleme oder rheumatische und arthritische Beschwerden zu lindern.Die vier wesentlichen Elemente der Schrothkur bilden die Schoth'sche Diät, die Schroth'schen Packungen, der Wechsel von Trink- und Trockentagen und das angemessene Verhältnis zwischen Ruhe und Bewegung.

Die erste Säule des Schroth-Prinzips: Die Schroth'sche Diät

Auch wenn der Name "Schroth" an Körner und Müsli denken lässt, hat die Schroth'sche Diät damit fast gar nichts zu tun. Der Grundgedanke bei dieser Form der Ernährung ist vielmehr, dass unser Körper täglich mit ungesunden Nahrungsmitteln überflutet wird: zu viel Eiweiß, Fett, Salz und Zucker belasten unseren Organismus und lassen laut Johann Schroth "Schlackenstoffe" zurück. Um dem Körper eine möglichst leichte Verdauung zu ermöglichen und ihm eine Auszeit von all dem Wohlstandsfutter zu gönnen, gibt es während der Schrothkur eine extrem leichte kalorien-, fett- und eiweißarme Diät. Die Grundlage bilden gekochtes Gemüse und Obst zusammen mit Reis, Graupen, Kräutern, Grieß, getrockneten Pflaumen und Aprikosen sowie bestimmtem Kurgebäck. Diese Fastenkur kann man drei bis vier Wochen einhalten, um sich zu entschlacken und als positiven Nebeneffekt auch Gewicht zu verlieren. Mittel- und langfristig sollte man sich aber wieder auf eine ballaststoffreiche, fettarme Mischkost einstellen.

Gut für Entgiftung und Abwehr: Die Schroth'sche Packung

Täglich außer sonntags wird der Kurgast in den frühen Morgenstunden mit einem Glas Kräutertee geweckt und der noch schlafwarme Körper in die Schroth?sche Packung gewickelt. Dabei steigt die Körpertemperatur nochmals an, die körpereigenen Abwehrkräfte werden geweckt und der Selbstheilungsprozess wird angekurbelt. Die Wärme wirkt schmerzlindernd und krampflösend. Während der Packung wird auch der Hautstoffwechsel angeregt und Giftstoffe sollen vermehrt über die Haut ausgeschieden werden.

Trink- und Trockentage als gesunde Reize für den Körper

Um einen Abfluss von Flüssigkeit aus den Zellen ins Blut und damit Richtung Niere zu erzeugen, verordnet der Kurarzt sogenannte Trockentage. An diesen Tagen wird nur moderat Flüssigkeit aufgenommen und damit ein Abfluss von Zellflüssigkeit ins Blut begünstigt. An den folgenden Trinktagen wird der Organismus regelrecht "freigespült". Dies bedeutet, alle mobilisierten Gift- und Schlackenstoffe werden abtransportiert. Neben Mineralwasser, Tee und Säften kann dazu auch trockener Kurwein in kleinen Mengen genossen werden. Der Wein ist aber kein Muss. Wer es lieber antialkoholisch mag, kann dies mit seinem Kurarzt absprechen.

Ruhe und Bewegung bringen den Körper in Schwung

An Trockentagen kann man sich einfach entspannt zurücklegen und den Körper für sich arbeiten lassen. Massagen, Meditation oder einfache Spaziergänge bieten die Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen. Trinktage sind ideal für fettreduzierende Bewegung: Dabei empfiehlt es sich, immer im optimalen Pulsbereich zu bleiben, um die Muskeln stets mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Wer sich auf Hochleistung trimmt, schadet sich nur. Geeignete Sportarten während einer Schrothkur sind zum Beispiel (Nordic) Walking, Fahrradfahren oder Wandern.


Quelle: Nach Informationen von Deutscher Schrothverband e.V.
Autor: Susanne E. Kaiser
Stand: Sep 21, 2009


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