Rheuma
Was bringt die Bäderkur?
Die Balneo- oder Bädertherapie ist bei rheumatischen Erkrankungen nachweislich wirksam. Wichtig ist eine dem individuellen Krankheitsbild entsprechende Badetherapie, denn jedes Heilwasser hat seine besonderen Vorzüge.
Balneotherapie – was genau heißt das?
Die Balneotherapie verbindet die Vorteile der Hydrotherapie - Auftrieb, Wärme- oder Kältereiz, Wasserdruck auf Lymphgefäße und Venen - mit der Wirkung von Inhaltsstoffen des Heilwassers. Dazu zählen unter anderem Kochsalz, Kohlensäure, Radon, Jod oder Schwefel. Balneotherapie wird in vielen Heilbädern angeboten und je nach Zusammensetzung des Heilwassers werden unterschiedliche Krankheitsbilder positiv beeinflusst. Dabei macht es für den Effekt keinen Unterschied, ob es sich um natürliche Quellen oder um künstlich gegrabene Brunnen handelt. Ab einer Wassertemperatur von 20 Grad spricht man zudem von "Thermalquelle".
Generell werden für die Balneotherapie Bäder, Dampfbäder, Trinkkuren, Inhalationen und Moorbäder genutzt. Viele Heilquellen wirken sich positiv auf entzündliche Prozesse aus, wie sie bei rheumatischen Beschwerden im Vordergrund stehen. Wegen der entlastenden Wirkung des Wasserauftriebs können in Bewegungsbädern Gelenke gebeugt und trainiert werden, die sich "auf dem Trockenen" nicht mehr bewegen lassen. Die Inhaltsstoffe der Heilquellen haben dabei ganz unterschiedliche Wirkungen. Kohlendioxid zum Beispiel fördert die Durchblutung der Haut, auch in tieferen Gewebeschichten. Ein hoher Kochsalzgehalt im Badewasser entwässert das Gewebe, Schwefel wirkt entzündungshemmend und ist besonders gut für entzündete Haut. Bei akut entzündlichen Prozessen darf das Wasser nicht zu warm sein. Kreislaufpatienten sollten vor dem Besuch eines Heilbades unbedingt Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten.
Weniger Schmerzen und verbesserte Beweglichkeit
Balneotherapie gehört zu den ältesten Behandlungsmethoden rheumatoider Erkrankungen. Klassische Indikationen sind beispielsweise entzündlich-rheumatische Erkrankungen der Hand-, Knie-, Schulter-, Fuß- und Hüftgelenke sowie der Wirbelsäule. Aber auch verschleißbedingte, sogenannte degenerative Erkrankungen des Bewegungssystems sind Heilanzeigen für die Balneotherapie. Bereits im Altertum fuhren Rheumaerkrankte zu Heilbädern, um ihre Beschwerden zu lindern. An erster Stelle stehen immer die Schmerzreduktion und eine Verbesserung der Beweglichkeit. Aber der gesamte Kuraufenthalt mit seiner Ruhe bringt nicht nur körperliche Vorteile: Infolge von Schmerz und einem eingeschränkten Bewegungsspielraum können Ängste und Depressionen entstehen, die das körperliche Krankheitsbild noch verschlimmern. Kuraufenthalte sind daher besonders gut geeignet, um Körper und Seele zu entlasten.
Welche Bäderkur ist die richtige für mich?
So unterschiedlich die verschiedenen Krankheitsbilder sind, die unter dem Begriff "Rheuma" zusammengefasst werden, ebenso breit ist das Angebot an unterschiedlichen Heilquellen. Die Auswahl richtet sich nach Befindlichkeit und Krankheitsverlauf. Entscheidend ist an erster Stelle bereits das Klima vor Ort. Die ortsgebundenen Heilmittel, vor allem die Zusammensetzung und Anwendungsmöglichkeiten des Heilwassers, sind der nächste wichtige Faktor bei der Auswahl des richtigen Kurortes. In der Balneotherapie wird der heilende Effekt des Wassers anhand einer sogenannten Reizskala gemessen. Am mildesten sind schwache Kochsalzthermen, Kochsalz-Sole und Sole-Thermen. Eine stärkere Reizwirkung geht von Akratothermen und schwach radioaktiven Heilwässern aus. Am intensivsten wirken Schwefelquellen und Peloide. Bei entzündlichen Rheumaformen kommen hierbei weniger reizintensive Behandlungsformen infrage als bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenleiden. Bei der Auswahl der richtigen Bädertherapie kommt daher dem Arzt die entscheidende Rolle zu.
Was bietet ein Kuraufenthalt Rheuma-Patienten noch?
Wie bereits erwähnt, ist eine Krankheit, die mit chronischen Schmerzen verbunden ist, auch immer eine Qual für Geist und Seele. Ein Kuraufenthalt bringt auch in diesem Punkt Entlastung, weil man sich in einer schönen Umgebung ganz geborgen fühlen kann und auch die Dauerschmerzen unter den Anwendungen zurückgehen. Weitere Vorteile kann man auch aus begleitenden Maßnahmen wie therapeutischen Kunstprogrammen, Ernährungsberatungen, Selbsthilfegruppen oder entspannenden Kulturangeboten vor Ort und aus der Betreuung durch sowohl rheumatologisch wie auch balneotherapeutisch erfahrene Ärzte ziehen.




