Rheuma
Sonne und Medikamente
Ein Sonnenbad kann, in Maßen genossen, eine sehr angenehme Sache sein. Auch die meisten Rheumapatienten können sich problemlos an ein wenig Sonne erfreuen. Bei Symptomen der Haut, Wärmeempfindlichkeit oder wenn bestimmte Medikamente eingenommen werden, sollte man beim Sonnenbaden aber Vorsicht walten lassen.
Sommer, Sonne, Strand - das klingt doch wirklich nach Erholung! Für die meisten Rheumapatienten ist die Urlaubszeit besonders wertvoll, denn ohne Stress und Alltagshektik kommt oftmals auch der Körper wieder in ruhigere Bahnen und die Rheumasymptome nehmen ab. Ausgiebige Sonnenbäder sind aber nicht nur von Rheumatikern mit Vorsicht zu genießen. Unsere Haut reagiert allgemein auf die verstärkte Strahlung sehr empfindlich. Und bei bestimmten Medikamenten und Medikamenten-Kombinationen kann es zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Sonnenstrahlung und Wärme kommen.
Grundsätzlich ist jedes Reiseziel möglich
Rheumatiker sind bei der Auswahl ihres Urlaubsziels grundsätzlich nicht eingeschränkt. Obwohl Klimafaktoren wie Luftfeuchte, Luftdruck und Sonneneinstrahlung Einfluss auf den Krankheitsverlauf und das persönliche Empfinden haben können, ist es von Person zu Person sehr verschieden, wie und ob der Einzelne auf das aktuelle Klima reagiert. Allgemeingültige Zusammenhänge zwischen Klimafaktoren und einzelnen Rheumasymptomen konnten trotz vieler dahingehender Studien bisher nicht nachgewiesen werden. So gesehen sollte jeder selbst ausprobieren, ob Berge, Meer oder Hügellandschaften für ihn das Richtige sind. Manche Rheumatiker reagieren auf Kältereize positiv, andere dagegen empfinden Wärme als angenehm. Darum ist von der Seereise bis zum Gebirgsurlaub alles möglich - Hauptsache, man fühlt sich wohl und kann sich gut erholen. Hier sollte man auf die eigenen Erfahrungen bauen.
Bei wenigen Krankheitsbildern mit der Sonne aufpassen
Patienten, die unter Kollagenosen und verwandten Autoimmunerkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) leiden, reagieren nicht gut auf Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlen). In Regionen mit hoher Sonnenintensität wie dem Hochgebirge, an der See oder auch in südlichen Ländern besteht die Gefahr, dass die Erkrankung rascher voranschreitet. Diese Patienten sollten bei der Urlaubsplanung darauf achten, sich nicht der Höhensonne auszusetzen und auch bei Urlaub am Meer die Sonne besser meiden.
Halbschatten bietet sanfte Bräune und Sommerspaß
Hautärzte warnen schon seit geraumer Zeit vor exzessiven Sonnenbädern. Und wirklich tun sich die Sonnenanbeter selten etwas Gutes. Selbst Rheumatiker, die gut auf Wärme reagieren, sollten sich nur mit Bedacht und gut durch Sonnencreme geschützt bräunen. Statt Turbo-Sonne lieber ein wenig Umsicht und Vernunft: Langsames Bräunen im Schatten ist ideal und trägt zu einem ungetrübten Urlaubsvergnügen bei.
Wechselwirkungen sind selten
Bevor man in die Sommerfrische startet, sollte man ein intensives Gespräch mit seinem behandelnden Arzt oder seiner Ärztin führen: Patienten, die Sulfasalazin einnehmen, können in sehr seltenen Fällen eine Sonnenempfindlichkeit entwickeln. Auch wenn man mit dem Wirkstoff Anakinra behandelt wird, sollte man die Einstichstelle vor zu viel Sonne schützen. Denn unter UV- und Wärmestrahlen können sich die nach der Injektion auftretenden Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle noch verschlimmern.Besondere Vorsicht ist bei der Kombinationstherapie von Methotrexat mit Chloroquin geboten: Die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenstrahlung kann so sehr zunehmen, dass es auch bei scheinbar moderatem Sonnenbaden zu schweren Sonnenbränden kommen kann.




