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Herz-Kreislauf-Patienten

Risikofaktor Stress minimieren

Stress ist ein Faktor, der schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse begünstigt. Betroffene profitieren daher von einem regelmäßigen Entspannungsprogramm. Besonders gut entspannen lässt es sich im Urlaub.

Alltag, Job, Familie – jeder Tag bringt uns Stress in unterschiedlichster Form. Für Menschen, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen neigen, ist diese Form der emotionalen Belastung besonders schädlich. Zu den Krankheitsbildern, die durch Stress negativ beeinflusst werden, gehören Bluthochdruck, Herzschwäche, periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Schlaganfall und Herzinfarkt und einige mehr. Um solchen Krankheiten vorzubeugen oder sie in ihrem Verlauf zu mildern, sind regelmäßige Entspannungsprogramme sehr gut geeignet. Besonders im Urlaub kann man nicht nur mental abschalten, sondern auch die Vorzüge von Bewegung in schöner Landschaft und sauberer Luft richtig auskosten.

Stresshormone als Gift für die Gefäße

Der Grund, warum sich Stress so sehr auf unser Herz und unsere Gefäße schlägt, sind die Stresshormone. Adrenalin steht dabei an erster Stelle. Diese Botenstoffe peitschen das Herz unnötig an, verengen die Gefäße in der Körperperipherie und verhindern eine gleichmäßige Versorgung des gesamten Körpers mit Sauerstoff, da sie den Organismus auf "Kampf und Flucht" umschalten. Ohne ein vernünftiges Ventil für solche negativen Belastungen kommt der Körper in Dauerstress und Gefäßkrankheiten wird Tür und Tor geöffnet. Um sich dagegen zu schützen, muss man die Stresshormone wieder abbauen oder am besten gar nicht erst entstehen lassen. Bewegung an der frischen Luft, am besten gemächlich und in schöner Landschaft, ist dafür geradezu ideal. Schon eine halbe Stunde spazieren zu gehen oder zu walken an drei bis vier Tagen pro Woche kann Bluthochdruck und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant senken. Weitere geeignete Sportarten sind übrigens auch Schwimmen oder Skilanglauf.

Entspannungstechniken erlernen

Wenn der Kopf frei ist, kann sich auch der Körper wieder entspannen. Viele Urlaubsanbieter haben daher Angebote wie Tai Chi, Yoga, Meditation, Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training mit in ihrem Gesundheitsprogramm. Vor Ort kann man erlernen, sich gezielt zu entspannen, wenn Stress droht. Solche Kurse sind besonders wertvoll, da die erlernten Techniken auch nach dem Urlaub zu Hause weiter durchgeführt werden können und damit lange im Alltag nachwirken. Viele Patienten bekommen durch Urlaubskurse auch Lust dazu, sich zu Hause eine entsprechende Sport- oder Entspannungsgruppe zu suchen. So lernt man neue Menschen kennen und hat noch mehr Spaß daran, sich und sein Kreislaufsystem fit zu halten.

Bäder und Massagen entspannen nicht nur

Heilkurorte mit Balneotherapie sind für Herz-Kreislauf-Patienten eine gute Empfehlung. Bäder und Massagen entspannen Geist und Körper und kurbeln zugleich den Blutkreislauf an. Bestimmte Heilwässer mit einem hohen Gehalt an Kohlendioxid verbessern die Blutfließeigenschaften bei Menschen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit und weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie werden als therapeutische Maßnahme, beispielsweise als Voll- und Teilbäderanwendungen, für diese Patientengruppe ausdrücklich empfohlen. Spa-Anwendungen, die mit übermäßigen Belastungen für den Kreislauf einhergehen, sind für Herz-Kreislauf-Patienten jedoch nicht geeignet. Saunagänge und Dampfbäder zum Beispiel sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Generell ist es sinnvoll, den geplanten Gesundheitsurlaub mit dem Arzt zu besprechen.

Vor dem Urlaub Angebote erfragen

Mit den ärztlichen Empfehlungen in der Hand kann man sich nun daran machen, die geeignete Ferienregion für sich auszusuchen. Mildes Klima, gute Gesundheitsangebote und eine Landschaft, die einen persönlich anspricht, sind eine optimale Voraussetzung für einen erholsamen Urlaub mit Gesundheitsplus. Manche Anbieter haben sich auf Herz-Kreislauf-Patienten spezialisiert und bieten ganze Pakete für diese Zielgruppe an, z.B. Entspannungsprogramme, kombiniert mit Bewegungstherapie und Ernährungsberatung. Im Internet findet man meist viele Informationen zu seiner Wunschregion und auch zu individuellen Angeboten.

Die Krankenkassen zahlen präventive Maßnahmen

Wer einen individuellen Gesundheitsurlaub plant, kann bei seiner Krankenkasse nach einem Zuschuss für die Anwendungen fragen. In der Regel übernehmen gesetzliche Krankenkassen bis zu 80% der Kosten pro Jahr. Für Anreise und Unterkunft muss man beim Gesundheitsurlaub, anders als bei der regelrechten Kur, aber alleine aufkommen. Voraussetzung für die Bezuschussung ist, dass es sich um anerkannte Anbieter mit entsprechend qualifiziertem Personal handelt. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer Krankenkasse oder im Kurort selbst nach.


Quelle: Nach Informationen von Deutsche Hochdruckliga e.V., Deutsche Hypertonie Gesellschaft, Deutsche Gefäßliga und Deutscher Bäderverband
Autor: Susanne E. Kaiser
Stand: Sep 17, 2009


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