Chronische Rhinitis
Eine Bäder- und Klimabehandlung erzielt oft gute Erfolge
Viele Atemwegsprobleme verschlimmern sich oder heilen nicht richtig aus, wenn die Luft mit Schadstoffen wie Ozon, Auto- oder Industrieabgasen belastet ist. Ein Aufenthalt im Heilklima sorgt für Besserung.
Immer mehr Menschen leiden unter einer chronisch verstopften Nase
Chronischen Erkrankungen der oberen Atemwege kommen immer häufiger vor, vor allem auch Kinder sind zunehmend betroffen. Die chronische Rhinitis nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein, da die verstopfte Nase zu unruhigem Schlaf führt und tagsüber die Leistungsfähigkeit erheblich mindern kann. Die zunehmende Luftverschmutzung in Ballungsgebieten, erhöhter Pollenflug im Frühjahr und Sommer und die immer häufiger werdenden Allergien gehören zu den Faktoren, die das Entstehen einer chronischen Nasenschleimhautentzündung fördern.
Wie entsteht die chronische Rhinitis?
Eine chronische Entzündung der Nasenschleimhäute entsteht meist aus einer akuten Erkrankung wie einer saisonalen Pollenallergie, einer viralen oder bakteriellen Infektion oder aufgrund von zu großen Nasenmuscheln (Nasenmuschelhyperplasie). Unbehandelt führt vor allem eine wiederkehrende akute allergische Rhinitis (dazu gehört auch der bekannte Heuschnupfen) recht häufig in den chronischen Krankheitsverlauf. Aber auch eine anlagebedingte Neigung zu einer Reizüberempfindlichkeit der Nasenschleimhaut kann Ursache der chronischen Rhinitis sein. Im Gegensatz zur allergischen Rhinitis führen hier keine Allergene, sondern häufig unspezifische Reize (z.B. staubige oder trockene Luft, extreme Hitze und Kälte oder Chemikalien) zum fortwährenden Anschwellen der Nasenschleimhaut und Symptomen wie Schnupfen, Niesen, vermehrter Infektanfälligkeit bis hin zu Umbauprozessen an der Nasenschleimhaut.
Der schädliche Einfluss von Nebel, Dunst und Smog
Akute Schübe, zum Beispiel durch Ozon, Smog und Pollenflug verursacht, verschlimmern den Krankheitsverlauf einer chronischen Rhinitis in den allermeisten Fällen. In vielen Studien wurden Zusammenhänge zwischen verschiedenen Luftschadstoffen und chronischen Atemwegsinfekten nachgewiesen, beispielsweise für Stickoxide, Ozon und Schwefeldioxid. Aber nicht nur unter diesen Umwelteinflüssen leiden chronische Atemwegspatienten. Auch im Herbst, wenn Nebel und nasskalte Luft die Atemwege belasten, und im Winter, wenn trockene Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet, sind die Symptome meist besonders schlimm.
Heilklima als natürlicher Weg die Symptome zu mildern
Ein Aufenthalt im Heilklima kann helfen, die Beschwerden zu lindern und wirkt Infektionen und entzündlichen Prozessen in den oberen Atemwegen entgegen. Der Erfolg ist meist lang anhaltend. Heilklimatische Kurorte weisen eine sehr hohe Luftqualität auf. Es gibt kaum Feinstaub, nur wenig Pollen und die Luftverschmutzung darf strenge Grenzwerte nicht überschreiten. Für Menschen mit chronischer Rhinitis bietet sich beispielsweise ein Aufenthalt im Hochgebirge mit mildem Reizklima an. Günstig sind zudem weitere Angebote vor Ort, z.B. Heilanwendungen wie die Salz- oder Soleinhalation, kombiniert mit Maßnahmen zur Entspannung und Regeneration. Soleanwendungen sorgen beispielsweise dafür, dass Schleim besser gelöst wird, die Selbstreinigungsmechanismen der Atemwege wieder besser funktionieren und die Infektanfälligkeit sinkt. Vor dem Buchen einer solchen Kurreise empfiehlt sich die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, welche Anwendungen beim vorliegenden Krankheitsbild am besten geeignet sind.
Entspannung und Bewegung in der Natur
Heilklimatische Kurorte liegen meist sehr idyllisch. Die Natur in der Umgebung lädt zu Wander- und Radtouren ein. Eine gute Infrastruktur für körperliche Betätigung ist hier Programm. Dies ermöglicht, sich vom Stress der chronischen Krankheit zu erholen. Denn wie bei den meisten chronischen Erkrankungen belastet auch die andauernde Nasenschleimhautentzündung nicht nur den Körper, sondern es liegt immer auch eine gewisse psychosomatische Komponente vor. Der Ortswechsel weg von zu Hause hinein in eine schöne Natur trägt mit dazu bei, die Symptome zu lindern.
Der Weg zur Kur
Eine Kur für die oberen Atemwege kann von den Krankenkassen unterstützt werden. Auch Eltern-Kind-Kuren sind möglich. Generell unterscheidet man ambulante und stationäre Vorsorgemaßnahmen von rehabilitativen Kuren. Der erste Gang führt immer zum behandelnden Arzt. In der Praxis wird besprochen, welche Kur sinnvoll ist und welche Maßnahmen zuvor oder vor Ort getroffen werden sollen. Der Arzt stellt dann einen Antrag, in dem er die Kur begründet. Dieser muss von der Krankenkasse genehmigt werden.
In den meisten Fällen dauert eine ambulante Kur, bei der man sich nur zu den Anwendungen in der Heilklinik einfindet, drei Wochen, eine stationäre, bei der die Patienten in der Klinik selbst untergebracht sind, vier bis sechs Wochen. In der Regel kann alle vier Jahre eine neue Kur bewilligt werden. In besonderen Fällen kann aber auch schon früher ein neuer Antrag gestellt werden.




