Definition
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Unter dem Begriff Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) werden verschiedene traditionelle chinesische Methoden der Diagnostik und Therapie zusammengefasst.
Eine Rolle spielen pflanzliche Heilmittel, aber auch aus- und umleitende Verfahren wie die Akupunktur , Tuina (Massage), Qigong, Ernährung und Schröpfen. Diese Methoden werden einzeln und kombiniert angewendet.
2000 Jahre alte chinesische Heilkunst
Die Traditionelle Chinesische Medizin ist das Ergebnis von Erfahrungen, die über Jahrhunderte hinweg gesammelt wurden und theoretisch durchgeführter Ableitungen und Systematisierungen. Da das System der TCM nicht deckungsgleich mit dem der westlichen Medizin ist, können ihre Diagnosen nicht ohne Weiteres auf westliche Diagnosen übertragen werden. Es ist deshalb auch nicht unproblematisch, die Methoden der TCM mit westlichen Standards wissenschaftlich zu überprüfen.
Grundlagen der TCM
- Yin und Yang
TCM basiert auf der Vorstellung, dass sich alles Lebendige zwischen den Polen Yin und Yang manifestiert und vom Energiefluss des Qi beeinflusst ist. Yin wird mit Dunkelheit, Kälte, Bewegungslosigkeit und dem Stofflichen assoziiert, Yang mit Helligkeit, Wärme, Bewegung und dem Energetischen. Ein harmonisches Wechselwirken der beiden Gegensätze bedeutet Gesundheit, Störungen in diesem Gleichgewicht führen zu Krankheit.
- Energetische Leitbahnen
Die funktionellen Einheiten des Organismus sind durch energetische Leitbahnsysteme vernetzt, die den gesamten Körper durchziehen und die Zirkulation des Qi und des Blut-Xue (Blut-ähnliche Flüssigkeit) ermöglichen. Die wichtigsten Leitbahnen stellen eine Verbindung zwischen dem Organismus und dem Kosmos her, auf ihnen liegen die Akupunkturpunkte. Eine Stimulation dieser Akupunkturpunkte beeinflusst die Zirkulation des Qi. Die Leitbahnen verbinden zudem sechs Funktionskreise, die Yin und Yang zugeordnet sind und als „Zang-Fu-Organsysteme“ bezeichnet werden. Diese Funktionskreise sind wiederum den fünf Elementen und Wandlungsphasen des Qi verbunden:
1. Element Holz – Yin-Organ Leber – Yang-Organ Gallenblase
2. Element Feuer – Yin-Organ Herz – Yang-Organ Dünndarm
3. Element Erde – Yin-Organ Milz/Bauchspeicheldrüse – Yang-Organ Magen
4. Element Metall – Yin-Organ Lunge – Yang-Organ Dickdarm
5. Element Wasser – Yin-Organ Niere – Yang-Organ Harnblase
Krankheitsentstehung im Verständnis der TCM
Krankheiten entstehen laut TCM durch eine Blockade der Qi-Zirkulation. Sie äußern sich meist in Form von Schmerzen oder Unbehagen und können die Funktion der Organe negativ beeinflussen. Für jede Krankheit gibt es laut TCM immer mehrere Ursachen, wobei folgende Einflüsse in Frage kommen:
- äußere klimatische Faktoren: Wind, Kälte, Nässe, Trockenheit, Sommerhitze, Feuer
- innere Faktoren: Ärger, Freude, Sorge, Nachdenklichkeit, Traurigkeit, Furcht/Angst, Schock
- andere Einflüsse: z.B. Unfall, Infektion mit Parasiten, falsche Ernährung
Die störenden Einflüsse verschieben das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang. In der Folge stockt der Energiefluss Qi, in den Geweben reichern sich Giftstoffe an (“Schleim”) wie Lungensekret, Schleim im Stuhl, Verhärtungen und Knoten in der Muskulatur oder bösartige Tumoren.
TCM - wer übernimmt die Kosten der Behandlung?
In bestimmten Fällen gehören einige Methoden der TCM zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkasse, sodass die Kosten für die Behandlung erstattet werden. Dies gilt insbesondere für eine Akupunkturbehandlung bei chronischen Schmerzen der LendenwirbelsäuleSchmerzen der Lendenwirbelsäuleund chronischen Schmerzen bei Kniegelenksarthrose. Hier werden bis zu 10 Akupunktursitzungen pro Jahr, in Ausnahmefällen auch bis zu 15 Sitzungen bezahlt, wenn sie von einem Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt werden. Die Kosten für entsprechende Arzneimittel (Heilpflanzen u.a.) werden von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht erstattet. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Akupunktur, viele bezahlen auch die Behandlung mit Arzneimitteln der TCM.
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