Migräne
Die Bedeutung der Galle
Die Ursachen von Migräne und anderen Kopfschmerzformen bleiben in der westlichen Medizin letztlich unklar. Deshalb ist bisher eine kausale Behandlung nicht möglich. Die Behandlung erstreckt sich auf mehr oder weniger sinnvolle symptomatische Maßnahmen wie Schmerzunterdrückung durch Medikamente, die jedoch ihrerseits langfristig auch Nebenwirkung haben. In der TCM gibt es für Migräne und andere Kopfschmerzen gute Erklärungsmodelle. Daher ist auch eine Behandlung der Ursachen möglich.
Häufige Begleitsymptome der Kopfschmerzen und Migräne sind: Augendruck, Lichtscheu, Nackenschmerzen, Übelkeit bis zum Erbrechen, Hitzegefühl im Kopf, Verspannungen und Reizbarkeit. Ausgelöst werden sie häufig vor der Periode, bei psychischer Überreizung, Wetterwechsel und Ernährungsfehlern. Alle diese Symptome und Ursachen finden sich im Bild der so genannten Funktionskreise "Leber und Galle" der TCM wieder.
Grübeln schwächt die Galle
Die alten Chinesen verbinden das Organ Galle mit der Emotion "Grübeln". Deshalb verwundert nicht, dass viele Migränepatienten echte Grübler sind. Bach-Blüten und autogenes Training können hier unterstützen - denn, so sagen die Chinesen - Grübeln schwächt die Galle. Sogar Melanchton, ein Arzt des späten Mittelalters, bezog Emotionen auf die Galle: Die "Melancholie", die "Krankheit der Schwarzen Galle-Säfte", ist heute noch bekannt. Auch lange aufgeschobene notwendige Veränderungen des Lebens schwächen die Galle. Die Chinesen sagen von Menschen, die sich nicht entschließen können, sie hätten "eine zu kleine Galle". Auch wir kennen die Galle heute noch als "temperamentvolles" Organ: "Da steigt mir die Galle hoch!". Es gibt sogar neue Untersuchungen, die belegen, dass Migränepatienten zu einem hohen Prozentsatz tatsächlich leichte Veränderungen am Organ Galle haben, in der Regel ohne etwas davon zu wissen.
Der Galle helfen
Der Gallenmeridian verläuft über den seitlichen Schädel, den Hinterkopf und die Stirn, die Patienten zeigen oft auf Punkte dieses Meridians, wenn sie den Schmerz beschreiben wollen. Deshalb erscheint es auch dem Laien verständlich, dass eine Behandlung dieses Meridians bzw. des Funktionskreises Leber/Galle eine echte Behandlung der Migräne mit guten Ergebnissen darstellen kann. Vielen Patienten nützt hier, was der Galle nützt - Akupunktur, Ohrakupunktur, Kräuter (z.B. Artischocken-Extrakte für die Galle, Mariendistel für die Leber). Auch können gallefördernde Kräuter aus der tibetischen Medizin wie Liv 52 erwogen werden. Auch Senf, abendlich auf einem Brot oder Tomate gegessen, wirkt auf die Galle. Unterstützend kann der erfahrene Therapeut Ihnen von Fall zu Fall individuell ausgewählte Homöopathika, Bach-Blüten und Kalifornische Blüten-Essenzen geben. Dies sind bewährte Medikamente der Naturheilkunde.
Störfelder lassen sich mit Akupunktur entstören
Manchmal ist der Gallen- oder Lebermeridian durch eine Narbe in seinem Fluss unterbrochen - ein Grund dafür, dass jemand, der vorher nie Migräne hatte, sie erst in späten Jahren bekommt. Solche Narben, die hier als Störherd wirken, lassen sich leicht über die Ohrakupunktur oder direkt an der Narbe "entstören", auch dauerhaft.
Störherde sind häufig auch Nasen-Nebenhöhlen und Zähne. Funktionelle Störfelder im Bereich der Wirbelsäule und des Kiefers sind ebenfalls zu beachten, wenn auch nicht im Rahmen einer klassischen Akupunktur-Form behandelbar.
Eine Behandlung ist sowohl während einer Migräne-Attacke als auch in der beschwerdefreien Zeit sinnvoll und möglich. Welches Verfahren (Körper- oder Ohr-Akupunktur) und welche Punkte zum Einsatz kommen, muss vom erfahrenen Therapeuten nach ganzheitlicher Diagnostik entschieden werden.
Auch andere Schmerzformen und Neuralgien im Kopf- und Gesichtsbereich, wie z.B. die Trigeminusneuralgie, lassen sich unter der Berücksichtigung der unterschiedlichsten befallenen Funktionskreise und Meridiane mit Akupunktur gut behandeln.
Nadeln oder Laser-Akupunktur
Behandelt wird mit Nadeln; bei Kindern, bei denen die Beschwerden leider nur allzu oft (!) übersehen und bagatellisiert werden, mit Laser-Akupunktur. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Rahmen von sog. "Modellvorhaben" die Kosten zumindest teilweise, die privaten Kassen übernehmen sie nach den hierfür vom Gesetzgeber festgelegten Richtlinien.
Nicht immer führt eine Behandlung zur Heilung, jedoch lässt sich häufig eine Linderung der Beschwerden erreichen. Ein Therapieversuch mit Akupunktur ist also unbedingt bei allen Kopfschmerzformen in Erwägung zu ziehen.
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