Traditionelle chinesische Medizin (TCM)

TCM: Gestützt von fünf Säulen

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Die Akupunktur ist eine der fünf Säulen der TCM
Yanik Chauvin

Was viele nicht wissen: Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) besteht im Wesentlichen aus fünf Säulen: der bekannten Akupunktur, der Arzneimitteltherapie mit einer Vielzahl von Kräutern, Mineralien und anderen Präparaten, den Körper- und Atemübungen des Qigong, der traditionellen Massage Tuina und der speziellen Ernährungsform der TCM.

Säule 1: Akupunktur

Die erste der fünf Säulen der TCM ist die Akupunktur. Nach chinesischer Vorstellung fließt die Lebensenergie Qi entlang bestimmter Leitbahnen durch den Körper. Ist der Fluss gestört, kommt es zu Krankheit. Das Nadeln hebt die Störungen wieder auf. Die Wirkung der Akupunktur ist inzwischen erwiesen. In einer gerade beendeten Studie im Auftrag deutscher Krankenkassen war sie bei der Behandlung chronischer Rückenschmerzen der schulmedizinischen Standardtherapie sogar deutlich überlegen.

Säule 2: Arzneimitteltherapie

Die zweite der fünf Säulen der TCM ist die Arzneimitteltherapie. In China macht diese Säule etwa 80 Prozent aller Behandlungen aus. Bekannt sind rund 2000 Substanzen, darunter Kräuter, Mineralien und Tierextrakte. Die Auswahl der Kräuter wird stets an die individuellen Erkrankungsmuster angepasst. Die pflanzlichen Präparate werden je nach Beschwerden zusammengestellt und meist als Dekokt (Arzneimittelsud) verabreicht. Dekokte sind potente Arzneimittel, entsprechend können sie Nebenwirkungen haben. Leber, Nieren- und Blutwerte sollten daher überwacht werden. Wichtig: Mittel nur aus Apotheken beziehen. Kräuter aus dubiosen Quellen können gefährliche Verunreinigungen enthalten!

Säule 3: Qigong

Die dritte der fünf Säulen der TCM ist Qigong. In China sind die Körper- und Atemübungen in öffentlichen Parks eine weit verbreitete Morgengymnastik. Sie sollen die Lebensenergie Qi im Fluss halten. Auch im Westen erfreuen sie sich seit einiger Zeit immer größerer Beliebtheit. Qigong ist als Entspannungstherapie anerkannt. Die besten Effekte lassen sich erzielen, wenn man täglich mindestens dreißig Minuten lang übt. Bewährt haben sich Übungen unter anderem bei Asthma, Bluthochdruck und chronischen Schmerzen. Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten. Eine Variante ist das Einzel-Qigong, bei dem der Therapeut zum Beispiel durch Handauflegen für eine Energetisierung des Patienten sorgt.

Säule 4: Tuina

Die vierte der fünf Säulen der TCM ist die Tuina-Massage. Diese traditionelle chinesische Massage wird seit Jahrtausenden in Fernost angewendet. Durch verschiedene Techniken wie Kneten, Streichen, Greifen oder Klopfen sollen Energieblockaden gelöst werden. Alle Griffe orientieren sich dabei an den bekannten Akupunkturpunkten und dem Verlauf der Energieleitbahnen. Entsprechend wird Tuina gelegentlich anstelle von Akupunktur oder Akupressur eingesetzt, zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Gelenkerkrankungen, Schlaflosigkeit oder Hexenschuss.

Säule 5: Diätetik

Die letzte der fünf Säulen der TCM ist die Diätetik. Die Idee hinter dieser speziellen Ernährungsform: Jeder Mensch und jedes Nahrungsmittel hat ein bestimmtes Temperament - kalt, kühl, neutral, warm oder heiß. Beide müssen zusammenpassen, sonst kann selbst ein "gesundes" Nahrungsmittel unverträglich sein. Entscheidend ist, welches Gefühl eine Speise oder ein Getränk im Körper auslöst. So wirkt eine Chili-Schote schweißtreibend, ein Joghurt kühlend. Zudem können Lebensmittel die Körperenergie heben oder senken, in der Tiefe oder an der Oberfläche wirken. In unseren Breiten finden wir in der Praxis oft "unterkühlte" Patienten mit entsprechenden gesundheitlichen Störungen wie Müdigkeit, Schwellungen oder Verdauungsstörungen: Zu viel Rohkost, Südfrüchte, kalte Milchprodukte, kalte Getränke.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 14. Dezember 2005
Quellen: Rita Klowersa, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Berlin, Referentin der Deutschen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin, München

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