Tag 7

Kulinarisch bis gewichtig

Wieder konnte ich gut schlafen, noch immer streikt meine Verdauung, erneut freue ich mich regelrecht darauf, das nächste Blatt des Nichtraucherkalenders zu lüften. Nach einem Hechtsprung aus dem Bett erblicke ich, was mich nicht verwundert. Ich lese, dass sich meine Geschmacksknospen allmählich erholen und ich mittlerweile besser schmecken und riechen kann.

Die Bezeichnung „besser“ scheint dehnbarer Natur zu sein, denn meine unter großen Mühen lieb gewonnenen Essgewohnheiten erfahren seit gestern gewaltige Erschütterungen. Meine bisherigen Lieblingsbrötchen schmecken plötzlich entsetzlich nach Thymian, meine Lieblingsmortadella nach Seife, meine Lieblingsbonbons nach Essig und Rosenkohl schmeckt wie ein Pumakäfig riecht.

Süße Zeiten mit gewichtigen Folgen

Alles in allem ist die Rauchabgewöhnung dennoch ein einziges Zuckerschlecken. Schade, dass Zucker so viele leere Kalorien besitzt, denn ich könnte den ganzen Tag nichts anderes essen und tue es leider auch nicht. So langsam stellt sich die Befürchtung ein, dass ich schon bald aus dem Leim gehen könnte, wenn ich mich weiterhin von Cookie-Eiscreme, Muffins und gefüllter Schokolade ernähre. Mein Freund will mich trösten und sagt, dass der durchschnittliche Nichtraucher nur 3 Kilo zunimmt. Ich atme auf. Da räuspert er sich und fügt an, dass natürlich auch zehn Kilo und mehr möglich sind, wenn man nur die Hälfte von dem verdrückt, was ich Frühstück nenne. Ich fauche, lecke mir Nussnougatreste von den Fingern und möchte umgehend überprüfen, wie schlimm es bereits um mich bestellt ist. Aus Ermangelung einer Gelegenheit zum Wiegen besuche ich meine Nachbarin. Sie besitzt viel Verständnis und darüber hinaus eine Körperfettanalysewaage. Beim Anblick der digitalen Anzeige bekomme ich einen gewaltigen Schreck. Erst nach einem Moment des Schluchzens fällt mir auf, dass ich gar nicht weiß, wie viel ich noch vor Tagen gewogen habe. Es ist mir egal. Die Zahl gefällt mir nicht, und ich meine zu fühlen, dass ich bereits zwei Kilo zugelegt habe. Jetzt habe ich also den Salat. Er schmeckt nicht schlecht, aber ich will doch lieber das 500 g Marzipanschwein essen.

Obst und Gemüse essen, nicht rauchen

Mein Freund merkt an, dass die letzten Zeilen schwer verständlich sind, und er bezweifelt, dass jeder den Witz versteht. Ich weiß nicht, ob er recht hat, denn ich kann mich nicht konzentrieren. Ich fühle mich schrecklich unterzuckert und würde gern etwas Großes, Süßes essen. Außerdem bekomme ich riesige Lust auf eine Trostzigarette. Mein Freund rät mir zu Obst, aber weder der Apfel noch die Banane, die er mir hinhält, lassen sich anzünden. Letztendlich beschließe ich, seinen Rat zu beherzigen. Wann immer ich nun Lust auf etwas Süßes oder auf eine Zigarette habe, werde ich Obst essen oder besser noch an einer Möhre knabbern.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 01. Februar 2010

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