Heilpflanze des Jahres

Schön und heilsam: die Rose

Rosen werden schon seit der Antike medizinisch genutzt

Wer hinter der Rose nur eine oberflächliche Schönheit vermutet, liegt falsch. Extrakte aus Blüten und Früchten der Pflanze, den Hagebutten, wurden schon in der Antike als Heilmittel, aber auch kulinarisch und kosmetisch genutzt.

Schön und heilsam: Die Rose
Rosen punkten nicht nur durch ihre Schönheit, sondern haben auch einiges an "inneren Werten" zu bieten.
Getty Images/iStockphoto

In der Dichtung wird sie als "Königin der Blumen" bezeichnet, und sie gilt in viele Kulturen als Symbol der Schönheit und der Liebe: Keine Frage, unter den Kulturpflanzen nimmt die Rose eine ganz besondere Stellung ein. Allerdings punktet die Rose nicht nur durch äußere Werte wie Duft und Schönheit. Einige Rosensorten haben sich auch als Heilpflanze bewährt. So zum Beispiel die Damaszener-Rose, die der NHV Theophrastus, ein Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise, zu Heilpflanze des Jahres 2013 ausgerufen hat. Der Verein begründet seine Wahl mit der "Vielseitigkeit der Pflanze, der harmonisierenden Wirkung für Körper und Seele und ihrer sympathischen Ausstrahlung".

Medizinische Anwendungen für Haut, Herz, Seele

Heilende Wirkung wird insbesondere dem Rosenöl zugeschrieben, das mit einem aufwendigen Verfahren aus den Blütenblättern vor allem der Damaszener-Rose gewonnen wird. Drei bis fünf Tonnen Blütenblätter sind notwendig, um einen Liter des ätherischen Rosenöls herzustellen.

Als wichtigste medizinische Anwendungsgebiete gibt der NHV Theophrastus Bronchitis, wunde, trockene und entzündete Haut, Geschwüre, Herzrasen, Depressionen und Ängste an. Dem Öl werden unter anderem entzündungshemmende, antiseptische und zellregenerierende Eigenschaften zugeschrieben. Es wird direkt auf die Haut aufgetragen, in der Aromatherapie verwendet oder als Bestandteil von Salben beispielsweise zur Behandlung trockener, rissiger oder entzündeter Haut genutzt.

Bei der Herstellung von Rosenöl durch Dampfdestillation fällt das "echte" Rosenwasser oder Rosen-Hydrolat an, das wie Rosenöl in Apotheken erhältlich ist. Es wird ebenfalls als Heilmittel eingesetzt, beispielsweise zur Zubereitung einer Gurgellösung gegen Entzündungen der Mundschleimhaut oder für Kompressen bei Hauterkrankungen wie Ekzemen.

Köche wissen echtes Rosenwasser ebenfalls zu schätzen zum Verfeinern von Desserts oder orientalischen Gerichten. In der Kosmetik finden Rosenwasser und Rosenöl für die Pflege von Haut und Haar Verwendung.

Aufgüsse zur innerlichen und äußerlichen Anwendung

Davon zu unterscheiden sind Aufgüsse mit Rosenblütenblättern, die innerlich als Tee oder äußerlich als Auflage dienen. So werden Tees aus den Blütenblättern der Heckenrose traditionell gegen Magenkrämpfe und Durchfall verabreicht, da der Tee krampflösend wirkt. Die entspannende Wirkung des Tees ist jedoch auch gefragt bei Menstruations- oder Wechseljahresbeschwerden. Mit dem Tee zu gurgeln, hilft bei Entzündungen der Schleimhäute in Mund und Rachen.

Mit Rosenblättertee getränkten Auflagen wurden früher Brandwunden und eiternde Wunden behandelt. Auch bei Augenentzündungen können solche Auflagen helfen. Dazu riet beispielsweise Hildegard von Bingen in ihren Aufzeichnungen.

Im Mittelalter wurden auch die Wurzeln der Rose zur Herstellung von Arzneien verwendet. Davon zeugt unter anderem die Bezeichnung "Hundsrose" für die Heckenrose. Mit einem aus den Wurzeln der Pflanze hergestellten Therapeutikum wurden Hundebisse behandelt; die mittelalterlichen Heiler glaubten fälschlicherweise, damit die Tollwut bekämpfen zu können.

Hagebuttentee stärkt die Abwehrkräfte

Die Früchte der Heckenrosen, die Hagebutten, sind reich an Vitaminen, besonders an Vitamin C. Ihre Schalen wurden und werden zur Herstellung von Mus und Marmeladen, aber auch Likören und Fruchtweinen verwendet, die getrockneten Hagebuttenschalen zur Teezubereitung. Produkte aus Hagebutten haben nicht nur kulinarischen Nutzen, sie verfügen aufgrund ihres Vitamingehalts und anderer Inhaltsstoffe wie Pektine, Fruchtsäuren und Gerbstoffe zudem über eine heilende Wirkung. Hagebuttentee beispielsweise stärkt die Abwehrkräfte und kann die Therapie bei Erkältungen, Blasen- und Nierenleiden unterstützen. Selbst die Kerne der Hagebutte sind von Nutzen: Aus ihnen lässt sich Hagebuttenöl gewinnen, das bei Hautleiden hilft.

Heilende Hagebutten

Hagebutten haben am September Saison. Sie wirken als Hausmittel gegen zahlreiche Beschwerden, etwa Arthrose und Blasenentzündung.

Mhoch4 via YouTube

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Letzte Aktualisierung: 20. August 2013

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